Die Wahrheit: Yckea
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über den fürchterlichen Möbelriesen erfreuen.
Komm, wir fahren nach Yckea!
Los, mach mit! Wir kaufen ein.
Weil ich lange nimmer da war.
Brauch was Neues, aus Design.
Lass uns schöne Dinger pflücken
in den Schwedenmöbel-Halln.
Unser Heim akribisch schmücken.
Und im Dunkeln drüberfalln.
Schwedengott, du geiler Bastler!
Lämpchen, Kästchen und Gestühl.
Les ich Kneeding, Schrulla, Quastler,
schäumt in mir das Wohngefühl.
Brauch ich kein’ Geschmack entwickeln.
Nichts entscheiden, das ist fein.
Mit den scharfen Möbelstückeln
richt ich mir die Aura ein.
Pirscht man auf den Zickzack-Pfaden
durch die Komm-und-wohn-doch-Welt,
möcht man gleich in Möbler baden.
Kranker Tropf, dem nichts gefällt.
Durch Yckea wurd es heller,
stil-geschmückt, dekor-beglückt.
Und auch individueller.
Jeder kriegt sein Einzelstück.
Kommt der Hyngar: Köttbullar.
Dünner Kaffä, kostenlos!
Lapplandbölla macht Durchfallar?
Die Toaletter sind famos.
Will durch Schluchten von Regalen
tigern mit dem Schiebe-Karrn.
Stundenlang. Und vorm Bezahlen
freudig an der Kassan harrn.
Draußen packt mich zwar der Kater,
und ich greif mir an den Kopf,
wenn ich dann, mein lieber Vater,
all das Zeug ins Auto stopf.
Werd es wohl drei Tage späta –
Lust vergeht halt, das ist doof –
gründlich in die Tonner treta.
Schäme mich beim Wertstoffhof.
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