Die Wahrheit: Gelungene Integration
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über das Sportwochenende der Deutschen erfreuen.
Ein dauerhaftes Integrieren
scheint fast unmöglich, kostet Geld.
Ein gutes Beispiel kommt aus Plieren
aus dem Asylbewerberzelt.
Am Wochenende, wird berichtet,
hat man ab Freitag um halb zehn
die ganze Gruppe zwangsverpflichtet
zum kollektiven „Sportschau“-Sehn.
Da saßen Syrer und Afghanen
drei Tage lang rund um die Uhr,
bestückt mit Schals und Deutschlandfahnen,
im Kurs für deutsche Leitkultur:
Das größte aller Tennisasse
ist eine Deutsche, blond und schön.
Gold für den Sieg der weißen Rasse!
Das muss auch Mohammed verstehn.
Begeisterung war auch beim Rodeln
gefordert, und sie lernten forsch
die große deutsche Hymne jodeln
mit Felix Loch und Hackel Schorsch.
Und als dann unser Frenzel Erich
den Schneeflug übern Zielstrich zog,
da zeigten sie sich ganz gelehrig
und brüllten, dass das Zelt sich bog.
Und schließlich dann beim Handball lösten
sich alle Fesseln, und sie schrien:
„Wir Deutschen sind die Schönsten, Größten!“
– auf Syrisch, doch das sei verziehn.
Ja, dieses Wochenend in Plieren
ist für uns alle beispielhaft:
Es fällt nicht schwer zu integrieren,
wenn man die richt’ge Basis schafft.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert