doppelblind: Die Anti-Corona-Pille
Vor lauter Impfdebatte hatte man sie fast vergessen: die Tablette, die Covid zwar nicht verhindert, aber wirksam behandeln kann. Seit Kurzem existiert endlich ein annehmbarer Kandidat für so eine Coronapille. Molnupiravir von Merck senkt ersten Informationen zufolge das Risiko einer schweren Covid-Erkrankung nach der Infektion um die Hälfte. Der Effekt war offenbar so deutlich, dass die zugehörige Studie vorzeitig abgebrochen wurde, um das Mittel der Placebo-Gruppe nicht vorzuenthalten. Untersucht worden waren Personen im Anfangsstadium von Covid-19 mit mindestens einem Risikofaktor für einen schweren Verlauf.
Noch sind nicht alle Daten ausgewertet, geschweige denn publiziert. Doch offenbar verhindert Molnupiravir auch die Vermehrung der Virusvarianten Gamma, Delta und Mu im Körper. Dass das Mittel als Tablette geschluckt werden kann, macht die Therapie zudem einfach. Eine weitere Untersuchung soll klären, ob das sogar prophylaktisch funktioniert, etwa an den vielen Orten auf der Welt, wo noch nicht genügend Impfstoffe verfügbar sind. Das hängt aber vom weiter zu klärenden Umfang der Nebenwirkungen ab. Und falls sich die Ergebnisse bestätigen, darf es ein „Scheiß auf Impfung, jetzt übernimmt die Anti-Corona-Pille!“ trotzdem nicht geben. Gut 7 Prozent der Behandelten landeten am Ende doch im Krankenhaus, Impfungen bleiben also zentral für das Pandemie-Ende. (atm)
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