piwik no script img

Der Bundespräsident und die NSA-AffäreGauck plötzlich in Unruhe

Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich besorgt über die Lauschangriffe der US-Geheimdienste. Es bestehe die Gefahr, dass die Freiheit beschädigt werde.

BERLIN rtr | Die Abhöraktionen der US-Geheimdienste könnten nach Ansicht von Bundespräsident Joachim Gauck der Freiheit schaden. „Diese Affäre beunruhigt mich sehr“, sagte Gauck der Passauer Neuen Presse.

„Die Angst, unsere Telefonate oder Mails würden von ausländischen Nachrichtendiensten erfasst oder gespeichert, schränkt das Freiheitsgefühl ein – und damit besteht die Gefahr, dass die Freiheit an sich beschädigt wird.“ Sie gehöre zu den Grundrechten eines demokratischen Rechtsstaats.

Gauck räumte ein, dass der Staat manchmal die Freiheit einschränken müsse, etwa um Bürger vor Terrorismus zu schützen. Dennoch gebe es in der Verfassung das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und der Menschenwürde“.

Der Bundespräsident forderte, dass stets die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden müsse.

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte Dokumente veröffentlicht, nach denen US-Geheimdienste die eigenen Bürger und Regierungen anderer Staaten in beispiellosem Umfang ausspähen. Davon soll auch Deutschland betroffen sein.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

5 Kommentare

 / 
  • J
    Joda

    Hallo Herr Gauck "unser" Freiheitspräsident, wie wäre es mal mit Nachdenken, es lassen sich nicht alle Bürger verarschen! Vielleicht sollte mal über einen Rückzug Ihrerseits nachgedacht werden, wer braucht schon so einen Bundespräsidenten???

  • Mischa Grotjohann

    Also was Nichtssagenderes habe ich in letzter Zeit nicht gehört. Setzen 6, Herr Bundespräsident!

  • W
    Wolfgang

    Joachim Gauck, als Mitarbeiter der BRD-Geheimdienste, sollte auch die "Erinnerungen" von Reinhard Gehlen (SS und BND) kennen.

     

    Gehlen gab in seinen "Erinnerungen" die mit den Amerikanern ausgehandelten Essentials wieder: "Die Grundlage ist das gemeinsame Interesse an der Verteidigung gegen den Kommunismus." Der BND arbeitet "mit den Amerikanern zusammen." Die Organisation bekommt "ihre Aufgaben von amerikanischer Seite gestellt". "Dafür liefert die Organisation alle Aufklärungsergebnisse an die Amerikaner." ("1942-1971")

  • Rainer B.

    Die "Freiheit" der Hartz IV-Empfänger und Billiglohn-Sklaven kann er nicht gemeint haben. Ausserdem entstehen durch diese Abhöraktionen auch völlig neue "Freiheiten" für die Abhörenden.

  • M
    Michael

    "Gauck räumte ein, dass der Staat manchmal die Freiheit einschränken müsse, etwa um Bürger vor Terrorismus zu schützen."

     

     

     

    Keiner hat das Recht die Freiheit eines Menschen manchmal auch nur ein wenig einzuschränken! Es gibt ja schließlich auch nicht nur ein wenig schwanger. Entweder ganz oder gar nicht! Was nehmen sich diese Politiker und Staatsoberhäupter eigentlich alles raus? In was für einer Welt leben wir eigentlich? Nicht nur die Würde eines Menschen ist untastbar, sondern auch die Freiheit!