Debatte um telefonische Krankschreibung: Ärzteverband kritisiert Regierung
Die schwarz-rote Koalition will die telefonische Krankschreibung abschaffen. Mediziner kritisieren den Vorstoß stark.
epd | In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes warnen die Hausärzte die schwarz-rote Koalition davor, die Krankschreibung per Telefon wieder abzuschaffen. „Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestätigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führt“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Mittwoch).
„Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trägt die Verantwortung dafür, dass sich in Zukunft wieder unzählige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen müssen“, mahnte der Mediziner. Er sprach von einem bewährten Instrument zum Bürokratieabbau. „Sie entlastet unsere Praxen und schützt unsere Patientinnen und Patienten vor Ansteckungen im Wartezimmer“, sagte er.
Fakten statt „Arbeitgebermärchen“
Der Verbandschef warf den Arbeitgebern vor, ihre Forderung nach Abschaffung der Telefon-Krankschreibung habe keine belastbare Grundlage. „Es bleibt nur zu hoffen, dass die Politik sich an die Fakten hält, statt auf das Arbeitgebermärchen hereinzufallen“, sagte er.
Beier stellte klar, dass es für die Krankschreibung per Telefon klare Regeln gebe. So müssten die Patienten in der Praxis persönlich bekannt sein. Die Krankschreibung dürfe zudem maximal fünf Tage lang sein.
Befeuert wurde die Debatte jüngst durch Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Er hatte am Wochenende einen zu hohen Krankenstand in Deutschland kritisiert und erklärt: „Eine der Ursachen ist sicherlich auch die leichte Krankschreibung durch telefonische Krankschreibungen.“
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