piwik no script img

Debatte um BuchhandlungspreisWeimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ab

Der Ausschluss von drei linken Geschäften vom Buchhandlungspreis sorgte für viel Kritik. Nun hat der Kulturstaatsminister Weimer die Verleihung abgesagt.

epd/taz | Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises im Rahmen der Leipziger Buchmesse am 19. März abgesagt. Die Debatte um die Streichung von drei Juryvorschlägen drohe den Sinn der Veranstaltung „zunehmend zu überlagern“, erklärte ein Sprecher Weimers am Dienstag in Berlin. Eine „angemessene Würdigung“ der Preisträgerinnen und Preisträger scheine „kaum noch möglich“, argumentierte demnach der parteilose Politiker.

Die ausgewählten Buchhandlungen sollen Preisgeld und Urkunde nun auf direktem Wege erhalten, die Bekanntgabe der Hauptpreise solle in gesonderter Form erfolgen, hieß es.

Drei Buchhandlungen, „The Golden Shop“ aus Bremen, „Rote Straße“ aus Göttingen und „Zur schwankenden Weltkugel“ aus Berlin, die von einer Fachjury neben 115 weiteren für die Auszeichnung ausgewählt worden waren, waren in der vergangenen Woche aufgrund von „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ von der Nominiertenliste gestrichen worden.

Der Vorgang hatte viel Irritation, Protest und Empörung ausgelöst. Unter anderem hatten sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Kurt-Wolff-Stiftung, die beide Partner des Preises sind, und viele Verlage zu Wort gemeldet. Auch zahlreiche Kommentare waren erschienen. Die drei betroffenen Buchhandlungen erfuhren indes viel Solidarität aus der Branche und darüber hinaus. Am Freitag kündigten die drei zudem an, gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen. Zuletzt hatte sich die Fachjury des Deutschen Buchhandlungspreises in einer Stellungnahme vom Ausschluss der drei Buchhandlungen distanziert.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare