Portrait: Das taz-Opfer
Er verfügt über gute Connections: CDU-Mann Jörg Feldmann haben seine Partei-Beziehungen schon manchen Job beschert. So tritt er am 5. Juni als Bürgermeisterkandidat in der schleswig-holsteinischen Kreisstadt Bad Oldesloe an, nachdem die CDU-Landesgeschäftsstelle den 58-Jährigen Polizeibeamten aus Ahrensburg bei einer lokalen Kandidatenfindungskommission ins Gespräch gebracht hatte.
Überregionalen Bekanntheitsgrad erlangte Feldmann, als ihn der parteilose Hamburger Innensenator Udo Nagel 2007 für fünf Jahre zum Gründungspräsidenten der neuen Hamburger Hochschule der Polizei (HDP) ernannte – ohne öffentliche Ausschreibung. Damals hatte sich der CDU-Innenstaatsrat Christoph Ahlhaus für ihn eingesetzt, der den CDU-Vorsitzenden der Gemeinde Tangstedt und Abgeordneten des Stormarner Kreistags im CDU-Landesarbeitskreis „Innere Sicherheit und Polizei“ kennengelernt hatte. Dabei spielte es keine Rolle, dass Feldmann, damals Kriminologie-Dozent an der Lübecker Bundespolizei-Akademie, mangels wissenschaftlicher Qualifikation bei der beratenden Innenbehörden-Deputation durchgefallen war.
In seinen Flyer zur Oldesloer Bürgermeisterwahl macht Feldmann nun den Regierungswechsel und die taz für seinen Abgang aus Hamburg verantwortlich – unter dem Titel „Mit offenen Karten“. „Die Berichterstattung war politisch motiviert und entspricht nicht den Tatsachen“ heißt es da. Dabei blendet Feldmann aus, dass das Verwaltungsgericht Hamburg unter Berufung 2009 seine Ernennung zum Hochschulpräsidenten für rechtswidrig erklärt hatte. Was den zum Innensenator aufgestiegenen Parteifreund Ahlhaus nicht hinderte, Feldmann im Amt zu lassen.
Doch als der HDP-Hochschulbeirat 2011 Feldmanns Absetzung wegen Inkompetenz, „königlicher Attitüden“ und Mobbings forderte, suchte er als Bürgermeisterkandidat im badischen Bühl vergeblich nach neuen Aufgaben. In Oldesloe will er es besser machen und zumindest – was für einen CDU-Bürgermeisterkandidaten nicht selbstverständlich ist – am Samstag am Protestzug „Bad Oldesloe bleibt bunt“ gegen einen Naziaufmarsch teilnehmen. KVA
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