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Corona und die WirtschaftBald weniger Coronahilfen

Die„Novemberhilfen“ soll zum Jahresende auslaufen. Kritik kommt von der Linken. Wirtschaftsminister Altmaier ist für Steuererleichterungen.

Barbara Dribbusch

Aus Berlin

Barbara Dribbusch

Die Bundesregierung hat bislang an von Schließungen betroffene Unternehmen im Gastgewerbe und im Freizeitbereich rund 318 Millionen Euro ausgezahlt. Es sind erste Abschlagszahlungen für Umsatzausfälle, teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums mit. Bislang seien rund 120.000 Anträge auf Hilfen gestellt worden.

Durch diese sogenannten Novemberhilfen, die auch für den Dezember weitergewährt werden, sollen 75 Prozent der Umsatzausfälle infolge der Schließungen während der Coronapandemie kompensiert werden. Insgesamt sind für November und Dezember rund 30 Milliarden Euro an Kompensationszahlungen im Bundeshaushalt eingeplant. Empfänger sind vor allem Unternehmen aus der Gaststättenbranche und dem Kulturbereich.

In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) angekündigt, dass diese Hilfen mit der Kompensation der Umsatzausfälle zum Jahresende „auslaufen“ sollen. Ab Januar gelte dann nur noch die sogenannte „Überbrückungshilfe III“, obwohl der Teillockdown bis zum 10. Januar verlängert wurde.

Durch die Überbrückungshilfe III werden nur Fixkosten wie Miete oder Personalausgaben ausgeglichen. Für Soloselbstständige mit Umsatzrückgängen gibt es eine einmalige Kompensationszahlung von 5.000 Euro, die aber den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 abdecken soll.

Pleitewelle befürchtet

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch warnte vor einer Pleitewelle ab Januar. Die Kürzung der Hilfen ab Januar werde „viele Gastronomen und Selbstständige in Existenznot stürzen, weil nur noch anteilig die Fixkosten beglichen werden. Davon kann sich kein Selbstständiger ernähren“, sagte Bartsch.

Allerdings gibt es auch Kritik an den „Novemberhilfen“. Da die KleinunternehmerInnen generell 75 Prozent der Umsatzausfälle im Vergleich zum Vorjahr erstattet bekommen, verdienen Selbstständige in Einzelfällen sogar mehr als in normalen Zeiten, denn sie sparen in der Zeit der Schließung variable Kosten beispielsweise für Lebensmittel oder für Aushilfskräfte.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dringt unterdessen auf weitere Steuererleichterungen für notleidende Unternehmen. Er sprach sich für die Ausweitung des sogenannten Verlustrücktrags aus, durch den Firmen aktuelle Verluste in der Coronapandemie mit früheren Gewinnen verrechnen könnten und dadurch gezahlte Steuern sogar zurückbekämen.

Der Minister lehnte Steuererhöhungen zur Bewältigung der Pandemiekosten ab. „Weder eine Vermögensteuer noch eine andere Verbrauchsteuer darf die Last der Unternehmen erhöhen“, sagte Altmaier der Wirtschaftswoche. (mit dpa und reuters)

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3 Kommentare

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  • Wenn das wirklich so geschieht, ist das eine Ohrfeige für diejenigen, die man z.Teil grundlos und ohne eig. Verschulden in eine existenzvernichtende Situation gedrängt hat in Anbetracht der Tatsache, dass XX-Milliarden an z.B. Lufthansa gezahlt wurden. Gibt es da eigentlich eine gesetzliche Basis aufgrund dessen in solchen Fällen ein Ausgleich von Bund/Land zu zahlen ist, oder waren bzw. sind die Zahlungen, die jetzt getätigt werden bzw. bereits wurden freiwillig ?

  • Novemberhilfen oder wer oder was hilft hier wem?



    Leider kommt die angekündigte Novemberhilfe nicht wirklich in dem Umfang bei den Soloselbständigen an, so wie es in der Presse lautstark angekündigt ist.



    Muss ich das verstehen oder erklärt mir jemand das System - ich werde leise bleiben?

  • Status: Vier Wochen Lockdown bremst Anstieg der Infektionszahlen, senkt sie aber nicht. Verlängerung wird ebenfalls keine Senkung bringen. Die Politik redet inzwischen vom harten Winter, durch den wir kommen müssen. Und Winter kann bekanntlich locker bis Ende März gehen. Ich hätte gerne einen wirksamen Lockdown statt diesen konfusen, halbgaren Agierens.