Corona in der der Kita: Alle Pandemiejahre wieder

In einer Berliner Kita bricht Corona aus. Das Kind unserer Autorin infiziert sich nicht. Abwarten. Denn eine Testpflicht für Kinder gibt es ja nicht.

Ein Kind schneuzt sich in ein Taschentuch

Kind zu Hause lassen und testen? Foto: Nicolas Armer/dpa

Jetzt ist passiert, wovor wir uns so lange gefürchtet haben und was im Grunde unausweichlich war: ein Corona-Ausbruch in der Kita. Sonntag vor einer Woche kam die Mail: Ein positiver Schnelltest. Und Statistik hin oder her, ich hatte Angst. Obwohl wir Eltern geimpft sind. Obwohl ich weiß, dass es für die meisten Kinder glimpflich ausgeht. Gerade erst haben wir wochenlang Infekte durchgemacht. Gerade jetzt kommt der Opa zu Besuch, um zu helfen.

Aber, was will man machen außer lachen? Kind zu Hause lassen und testen. Wir haben uns zum Glück die Tage davor getestet, weil wir Besuch hatten. Dann Montag alle einen Schnelltest gemacht. Dienstag und Mittwoch auch. Wir haben uns nicht angesteckt.

Es hat aber eine Reihe von Kindern getroffen, in unterschiedlichen Gruppen, und auch Er­zie­he­r*in­nen – angeblich geimpfte und ungeimpfte. Wie viele Infektionen es insgesamt sind, wissen wir nicht. Damit könnte die Sache für uns erledigt sein. Ist sie aber nicht, weil auch nach der Info über den ersten positiven Schnelltest noch Kinder in die Kita gegangen sind. Denn natürlich gibt es Eltern, die sie nicht zu Hause lassen konnten oder wollten. Was es aber nicht gibt, ist eine Testpflicht für die Kinder – auch nicht nach mehreren positiven Schnelltests. Erst Mittwochnachmittag, vermutlich mit dem ersten positiven PCR-Test, kam eine Mail von der Kitaleitung, dass das Gesundheitsamt nun Quarantäne verhängt bis Sonntag. Der Bescheid komme per Post.

In Berliner Kitas kann sich, wer möchte, einen Schnelltest für die Nase holen. Und sagen wir mal so, das kann man mal machen. Aber nicht regelmäßig. Denn das ist in etwa wie einem Hund die Zähne zu putzen. Für beide kein Vergnügen und je nach Charakter eine Qual. Vor einigen Tagen kam die Meldung, dass laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in Berliner Kitas nun „verstärkt Lolli-Tests“ verwendet werden sollen, weil Eltern sich das wünschen.

Kein „relevanter Teil der Elternschaft“

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, in Monat 21 seit Pandemiestart. Weiter heißt es da, sie lehne „eine Testpflicht in Berliner Kitas trotz der hohen Inzidenzen und Forderungen nach einem besseren Schutz für Kinder vor einer Covid-19-Erkrankung weiterhin ab. Diese werde von einem ‚relevanten Teil der Elternschaft sowie der Einrichtungen nicht befürwortet‘“. Ich würde gerne wissen, wer dieser „relevante Teil der Elternschaft“ ist und wieso ich nicht dazugehöre? Wieso Eltern, die zu Hause oder beruflich Kontakt zu Menschen mit Vorerkrankung haben, nicht dazugehören?

Während ich das hier schreibe, ist der erste positive Schnelltest eine Woche her, es ist Montagmittag. Bisher haben wir keinen Bescheid vom Gesundheitsamt erhalten. Wir haben das Kind Sonntag und heute wieder getestet und morgens in die Kita gebracht. Dort haben wir gehört, dass keiner mit Sicherheit sagen kann, ob alle Kinder, die heute da sind, vorher getestet wurden.

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Schreibt über Gesellschaft, Politik, Medien und manchmal über Österreich. Kolumne "Kinderspiel". War 2013 Volontärin der taz panter-Stiftung, dann taz-Redakteurin. Von 2019 bis 2022 Ressortleiterin des Gesellschafts- und Medienressorts taz zwei. Lebt und arbeitet in Wien.

Die Coronapandemie geht um die Welt. Welche Regionen sind besonders betroffen? Wie ist die Lage in den Kliniken? Den Überblick mit Zahlen und Grafiken finden Sie hier.

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