Corona-Krisengebiet Südtirol: Die letzten Gäste

In Südtirol vertreibt das Coronavirus den Tourismus. Eine Woche in in der nun abgeschotteten italienischen Provinz.

Autokarawane

Medizinischer Check am Brenner Pass Foto: Andreas Gebert

Drei Dörfer, zwei Kirchen, ein paar verstreut liegende Höfe, rundherum hohe Berge. An den Hängen klebt eine Handvoll bewirtschafteter Almen. Forstwege und schmale Pfade finden sich hinauf. Das Gsieser Tal in Südtirol, ein Seitental des Pustertales, geht noch gerade so als sogenannter touristischer Geheimtipp durch. Knapp 2.200 Menschen siedeln hier. Sie leben von der Landwirtschaft und ein bisschen vom Tourismus. Urlauber kommen vor allem zum Wandern und zum Skilanglauf her. Am Ende des Tals, auf 1.500 Metern Höhe, liegt das Hotel Magdalenahof.

Dienstag, 3. März.

Der Eurocity 89 der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verbindet im Zweistundentakt München und Bologna. Ab Innsbruck ist der Nachmittagszug so gut wie leer. Der Grenzbahnhof Brenner, wo er planmäßig eine viertel Stunde Aufenthalt hat, wirkt verwaist. Kein Mensch ist auf den Bahnsteigen zu sehen. Zwei Männer mit Atemschutzmasken und Sprühflaschen marschieren durch die Waggons und bespritzen die Sitze mit einem Desinfektionsmittel.*

Mittwoch, 4. März.

Maßnahmen

In ganz Italien wurden mit dem Dekret vom 12. März weitere Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus erlassen. Alle Schank- und/oder Speisebetriebe müssen bis zum 25. März geschlossen halten. Ebenso sind Friseure, Pubs, Museen und Geschäfte im gesamten Staatsgebiet geschlossen. Offen sind nach wie vor Apotheken und Lebensmittelgeschäfte.

Information

Für Anrufer aus Italien, die medizinische und organisatorische Fragen haben: Die Grüne Nummer 8 00 75 17 51 ist täglich zwischen 8 und 20 Uhr erreichbar.

Für Gästeinformation, die sich auf medizinischen Fragen beziehen: Tel. +39 0471 999 999 (von Montag bis Freitag: 9.00–12.30 Uhr und 14.00–18.00 Uhr. Samstag: 9.30–12.30 Uhr und 14.00–18.00 Uhr).

Einreisestopp

Er betrifft sowohl den Individualverkehr als auch den öffentlichen Nahverkehr. So verkehren aktuell keine Regional- und Fernzüge sowie Fernbusse zwischen Südtirol und Österreich.

Hotelchef Josef Burger, selbst begeisterter Wanderer, führt neun Gäste auf einer Schneeschuhtour in das nahe Prag­ser­tal. Durch Tiefschnee geht es hinauf zum 2.300 Meter hohen Strudelkopf, vom Gipfel bietet sich ein fantastischer Blick auf die sonnenbeschienenen Drei Zinnen, einen der markantesten Gebirgsstöcke in den Dolomiten. Wir sind die einzige Gruppe am Gipfelkreuz. „Es ist wegen des Virus“, sagt Burger. „Sonst sind bei solchem Wetter hier oben Hunderte zum Schauen.“ Abends gehen an der Hotelrezeption telefonische Stornierungen ein. Mehrere deutsche Gäste werden vorzeitig, schon morgen, abreisen.

Donnerstag, 5. März.

Die Süddeutsche Zeitung, die an den Vortagen im Hotel auslag, wird nicht mehr geliefert. Aktuelle Lektüre bieten nur noch Lokalblätter und, na klar, die Gazetta dello Sport. Das Blättchen Dolomiten listet die Maßnahmen der Südtiroler Provinzregierung auf, mit denen die Verbreitung des Coronavirus gebremst werden sollen, unter anderem bleiben Schulen und Unis bis auf Weiteres geschlossen. Das deutsche Robert-Koch-Institut hat Südtirol zum Risikogebiet erklärt, die deutsche Bundesregierung warnt vor Reisen dorthin. Begründet wird das mit der „Anzahl der Infektionen und der Dynamik der Ausbreitung“ des Virus in der Provinz. Dabei gibt es in der Region bislang nur vier bestätigte Coronafälle. Die letzten deutschen Gäste im Hotel packen ihre Koffer und fahren zurück.

Freitag, 6. März.

Karin Burger, Hotelchefin

„So eine Welle von Stornierungen wie in diesen Tagen hatten wir hier tatsächlich noch nie“

Die mehr als 40 Kilometer lange Gsieser-Tal-Loipe, eine der beliebtesten Langlaufstrecken in Südtirol, haben wir fast für uns alleine. Auch im Bus zurück vom Brückenwirt nach St. Magdalena gibt es keine weiteren Fahrgäste. In der Dolomiten kritisieren Südtiroler Ärzte die Reisewarnung aus Deutschland: „In Südtirol gibt es nur eine Handvoll Fälle, in Nordrhein-Westfalen mehrere Hundert. Eher sollten wir also eine Warnung für Nordrhein-Westfalen aussprechen.“

Michi Ebner, Chef der Industrie- und Handelskammer Bozen, schimpft: Die Einstufung Südtirols als Risikogebiet entbehre jeder Grundlage und sei ein schwerer Schlag für die Wirtschaft. Die meisten Hotels und Gasthöfe im Gsieser Tal schließen. Auch die Kneipe Talschlusshütte, sonst beliebtester Treff im Tal von Wanderern und Langläufern, hat zugesperrt. Am Telefon an der Hotelrezeption verhandelt Chefin Karin Burger mit absagenden Gästen über die Konditionen der Stornierung. „So eine Stornierungswelle hatten wir noch nie“, sagt sie.

Sonnabend, 7. März.

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb, die oberste Gesundheitsbehörde der Provinz, teilt mit: Es gibt fünf weitere positiv getestete Patienten, insgesamt nun also neun bestätigte Fälle. Zweihundert Südtiroler und Südtirolerinnen wurden insgesamt getestet. Vor den Krankenhäusern in Bozen und Brixen haben der Sanitätsbetrieb und das Rote Kreuz sogenannte Pre-Trihage-Zelte zur Sortierung und Einteilung möglicher Coronapatienten aufgestellt. Die Kliniken selbst sollen so Corona-frei bleiben.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigt an, dass an der Grenze zu Italien Gesundheitschecks gemacht werden. Reisende aus Italien würden stichsprobenartig kontrolliert. Die ÖBB stellen die Nachtverbindungen nach Oberitalien ein.

Sonntag, 8. März.

Die Skisaison wird wegen des Coronavirus vorzeitig beendet, erklärt der Hotel- und Gastwirteverband Südtirol. „Unseren Betrieben empfehlen wir, sich zu bemühen, den Gästen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Ausweichtermine anzubieten und bei Stornierungen möglichst kulant entgegenzukommen.“ Alle Skilifte und Seilbahnen werden den Betrieb einstellen.

Normalverweise endet die Wintersaison in den Skigebieten an Ostern. In dem kleinen Städtchen Welsberg am Eingang des Gsieser Tals haben mehrere Geschäfte geschlossen. Die Apotheke ist aber noch geöffnet. Schutzmasken und Desinfiziermittel gebe es nicht, sagt die Apothekerin, sie würden aber auch kaum nachgefragt.

Montag, 9. März.

Die Stumpfalm liegt auf 2.000 Metern, zwei Stunden dauert der Fußweg vom Hotel. Der alte Hüttenwirt schreckt hoch, als wir die kleine Stube betreten, er hat auf einer der Bänke ein Nickerchen gemacht. „Hab nicht gedacht, dass heute überhaupt wer kommt“, brummt er. Im Herd bollert ein Holzfeuer, auf den beiden grob zusammengezimmerten Tischen liegen Plastiktischdecken. „Die andern Tage war auch nix hier oben“, sagt der Alte. In der Ecke sitzt seine Tochter und faltet Servietten für die Gäste, die wohl nicht mehr kommen. Am Abend weitet die italienische Regierung das bisher aus mehreren Nordprovinzen bestehende Sperrgebiet aus, das ganze Land ist nun Rote Zone, also auch Südtirol. Höchste Zeit, abzuhauen.

Dienstag, 10. März.

Hinter dem Brenner stoppt der Eurocity 88 auf dem Weg nach München. Und zwar „aufgrund einer behördlichen Anordnung“, wie der Zugchef durchsagt. „Das wird einige Zeit dauern. Bitte, bleiben Sie auf Ihren Plätzen und bewahren Sie Ruhe.“ Kanzler Kurz hat am Vorabend erklärt, die Grenzen Österreichs für Reisende aus Italien zu schließen. Eine Gruppe von Polizisten streift durch die Waggons, rüttelt auch an verschlossenen Toilettentüren. Im Gefolge der Beamten laufen zwei Sanitäter mit Masken und dicken Schutzanzügen. Sie messen mit taschenlampenähnlichen Instrumenten, die vor die Stirn gehalten werden, bei allen Passagieren Fieber. Offenbar gibt es keine Auffälligkeiten. Nach einer Stunde kann der Zug weiterfahren. Bis Innsbruck, dort müssen alle aussteigen.

Mittwoch, 11. März.

Österreich stellt den Personenzugverkehr von und nach Italien ganz ein. Als vorläufig letzter Zug passiert am Vormittag der Eurocity 88 aus Bologna die Grenze in Richtung Innsbruck und München.

Donnerstag, 12. März.

Bekannte, die in Südtirol festhängen, berichten am Telefon von 50 Kilometer langen Lkw-Schlangen am Brenner. Der Verkehr staut sich ab Brixen bis zur Landesgrenze nach Österreich.

Einmal zahlen
.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de