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Chattie um Rat fragenWegen Koks auseinander gelebt

Wie hoch ist der Eintritt vom besten Club der Welt? Darüber schnacken Bro und Digger im 44 Brekkie. Und essen am Wochenende schon mal im Borchardts.

Foto: Illustration Donata Kindesperk/taz

D ialogfetzen von zwei jungen Frauen, eventuell noch Schülerinnen, am Nachbartisch im 44 Brekkie, das Café im Glaskasten Kottbusser Damm Ecke Böckh-/Schönleinstraße:

„… und dann wollen wir ins [hiː].“

„Ins [hiː]?“ „[hiː], das ist der beste Club der Welt. IST ES! Frag ChatGPT“ „Ich wusste es, dass du mit ChatGPT kommst! Ich wusste, du bist so eine!“ „Manchmal sagt Chattie schon gute Sachen. Also, ich nenn’ den Chattie.“ „Ich wusste es!“ „Soooo oft nutz’ ich den gar nicht, ich frag’ den manchmal Sachen für die Ausbildung und so … aber wie sind wir jetzt überhaupt darauf gekommen? … ach so, wegen des [hiː]. Der beste Club der Welt, der hat einfach den besten Sound Bro, ich sag’s dir!“

„[hiː] wir Hai oder [hiː] wie high?“ „Zweites. Wie Hi. Wie Hallo.“ „Das war keine der beiden Optionen, die ich meinte. Ich meinte den Fisch und wie high sein.“ „Aaaah, das mit dem Fisch habe ich noch verstanden, aber beim zweiten dachte ich, du meinst es wie Hallo!“

Dann geht es um irgendeine Freundin der einen, die perfekt zu anderen passen würde. Es werden Fotos gezeigt, aber irgendwie gehen die Meinungen auseinander.

„Wir haben uns voll auseinandergelebt wegen der Drogen.“ „Well, that sounds like a you problem to me!“ „Das wurde mir zu viel bei ihr.“ „Bei mir war das ja immer mehr ein Gruppending.“ „Ja, wie, denkst du, ich hab’ allein Zuhause gesessen und Koks gezogen?“ (…) „Weißt du wie teuer der Eintritt in Ibiza ist, Bro, 100 Euro!“ (…) „Als ich sie gesehen habe, hat sie richtig gut aufgelegt.“ „Ich glaube, wir haben verschiedene Vorstellungen von gut, du.“ (…)

„Ich bin jedes Wochenende im Borchardts.“ „Waaaas, Digger, WOHER kommt dein Geld?“ „Von meinen Eltern, ehrlicherweise.“ „Was geht, Digger?, ich hab deine Eltern gar nicht als so rich wahrgenommen.“ „Mein Vater ist nicht geizig, er ist Minimalist. Meine Mutter hat vielleicht nicht so viel, aber sie ist null geizig.“

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Michael Brake
wochentaz
Jahrgang 1980, lebt in Berlin und ist Redakteur der Wochentaz und dort vor allem für die Genussseite zuständig. Schreibt Kolumnen, Rezensionen und Alltagsbeobachtungen im Feld zwischen Popkultur, Trends, Internet, Berlin, Sport, Essen und Tieren.
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