Champions League während der WM: Der Fußball neben dem Fußball
Während die WM in die finale Phase geht, läuft der Spielbetrieb in den Klubs längst wieder. Die Qualifikation für die Champions League hat begonnen.
Halbfinale! Thomas Müller hat es geschafft. Der WM-Experte vom Team MagentaTV, der nebenberuflich oder hauptberuflich – so genau weiß das wohl niemand – bei den Vancouver Whitecaps Fußball spielt, steht in der nächsten Runde der Canadian Championship. Nach einem 4:1 im Hinspiel gegen den Cavalry FC reichte seinem Klub ein 1:1 im Rückspiel zum Weiterkommen. Nur weil Müller seinen Stammplatz am Expertenmikro für einen Kurzeinsatz im Hinspiel verlassen hat, bei dem er zwischen seiner Einwechselung in der 46. Minute und seiner Auswechslung nach 72 Minuten mal eben ein Tor schoss, hat man in Deutschland von diesem Wettbewerb Kenntnis erlangt.
Aha, es gibt also nicht nur WM-Fußball in diesen Tagen. Nicht nur in Kanada ist der Spielbetrieb wieder aufgenommen worden. Auch die Champions League in Europa ist schon in die neue Saison gestartet. Während die Klubs aus den großen Fußballnationen noch nicht viel mehr zu tun haben, als sich auf dem Transfermarkt zu orientieren, geht es für die kleineren Fußballnationen schon ums Weiterkommen.
Die deutsche Bundesliga darf 4 Teams in die Ligaphase der Champions League mit ihren 38 Mannschaften schicken. Die Meister kleinerer Verbände müssen dagegen den mühsamen Weg durch drei Qualifikationsrunden beschreiten. Während England gegen Argentinien um einen Platz im WM-Finale spielt, steigt am Mittwochabend das Rückspiel zwischen dem montenegrinischen Meister FK Sutjeska Nikšić und dem kasachischen Titelträger Qairat Almaty in der ersten Qualirunde. Das Hinspiel haben die Kasachen zu Hause knapp mit 2:1 gewonnen.
Es könnte also eng werden für das favorisierte Team aus Almaty, das sich in der vergangenen Saison tatsächlich für die Liga der 38 qualifiziert hat. Gelohnt hat es sich allemal. Über 18 Millionen Euro zahlt die Uefa jedem Klub, der es in die Ligaphase schafft. Am Ende hatte Qairat als schlechtestes Team der Ligaphase 2,3 Millionen Euro mehr Prämien kassiert als Crystal Palace für den Sieg in der Europa Conference League.
Es geht also nicht nur bei der WM um etwas. Auch bei den Spielen von Petrocub Hincesti aus Moldau oder Klaksvik Itrottarfelag von den Färöern ist der große Fußball mit auf dem Platz.
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