Castor-Atommülltransporte: „Das war ein heftiger Einsatz“
Castor-Transporte fahren durch NRW und niemanden stört’s. Christian Specht erinnert sich an eine Anti-Atom-Demo, auf der er 1998 war. Und an nervige Polizisten.
C hristian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet (un)regelmäßig den „Specht der Woche“.
Vor Kurzem habe ich im Fernsehen gesehen, dass es wieder einen Castor-Transport gab. Das ist Atommüll. In Ahaus, also in Westdeutschland. Er wurde vorher nicht groß angekündigt. Das war schlau, sonst wären ja auch viele Leute gekommen. Das wäre vielleicht nicht so gut.
Früher gab es Demonstrationen gegen solche Transporte. 1998 bin ich sogar selbst zu einer Demo gefahren. Wir sind morgens von Berlin aus losgefahren, mit einem Bus voller Leute. Aber unterwegs wurden Busse von der Polizei aufgehalten, die sich praktisch quergestellt haben, sodass viele Demonstrierende gar nicht an den Ort gekommen sind. Das war ein heftiger Einsatz.
Bei Demonstrationen kommt es auf die Polizei an. Manche Einsätze sind sehr hart. Das hängt immer davon ab, welche Polizei gerade da ist. Die Berliner Polizei dreht manchmal auf. Aber beim G20-Gipfel in Hamburg. Da waren Polizisten dabei, die Bier getrunken haben. Das fand ich auch komisch.
Protokoll: Viktoria Isfort
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