: Bundeswehr brennt für Geld
Die Grünen verdächtigen die Bundeswehr, den Moorbrand in Meppen aus Geldgründen in Kauf genommen zu haben
Von Simone Schnase
Der im September durch einen Raketentest ausgebrochene Moorbrand in Meppen könnte finanzielle Ursachen haben. Das vermutet die grüne Bundestagsfraktion: Sie hatte eine Anfrage an den Bundestag gestellt, aus deren Antwort hervorgeht: 70 Prozent der Kosten für den Test wären erneut angefallen, wenn er verschoben worden wäre.
„Dadurch hätte die Bundeswehr nochmal 500.000 Euro an Kosten gehabt, sodass man sich natürlich schon fragen muss, ob der Brandschutz da nicht zurückgestanden hat“, sagt die Grünen-Abgeordnete Katja Keul.
Im September hatte ein Bundeswehr-Sprecher den Brand so begründet: „Gerade bei einer extremen Trockenheit wie in diesem Sommer kann so etwas schon mal passieren“ – und dass es angesichts der hohen Temperaturen vermutlich ohnehin zu einem Moorbrand gekommen wäre.
80 bis 100 Feuer brechen jedes Jahr auf dem Areal aus. Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion vom achten November geht hervor, dass es auch in diesem Sommer öfter gebrannt hat: „So gab es auch Brände in den ersten Tagen der Erprobung von Raketen, welche durch Beschuss verursacht wurden. (…) Die Brände an den Versuchstagen im Zeitraum vom 28. bis 31. August 2018 konnten unmittelbar gelöscht werden“, heißt es da. In den vier Tagen wurden 64 Raketen verschossen, zehn weitere verursachten dann den Großbrand.
An diesem Tag habe der Deutsche Wetterdienst für die Region „die Stufe 2 von 5 („geringe Gefahr“, zweitniedrigste Stufe) des Waldbrandgefahrenindexes festgestellt“, heißt es auf FDP-Anfrage. Eine Risikobewertung hat laut den Antworten sowohl auf die Anfrage der FDP als auch auf jene der Grünen ergeben, dass die Versuche mit „einem vertretbaren Risiko“ durchführbar seien.
Ob finanzielle Gründe für den Brand verantwortlich waren, bleibt vorerst ungeklärt: Die Bundeswehr hat sich zu dem Verdacht bis Redaktionsschluss nicht geäußert.
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