Bürgermeisterin von mexikanischer Stadt: Nach einem Tag im Amt ermordet
Gisela Mota hatte als neues Stadtoberhaupt von Temixco der lokalen organisierten Kriminalität den Kampf angesagt. Das wurde der linken Politikerin zum Verhängnis.
ap | Weniger als einen Tag nach ihrem Amtsantritt ist die Bürgermeisterin einer mexikanischen Stadt erschossen worden. Die bewaffneten Attentäter seien am Samstag in das Haus von Gisela Mota in der Stadt Temixco eingedrungen und hätten sie getötet, teilte die Regierung des Bundesstaates Morelos mit.
Zwei mutmaßliche Angreifer seien getötet und drei weitere nach einer Verfolgungsjagd festgenommen worden, sagte der Sicherheitsbeauftragte von Morelos, Jésus Alberto Capella. Die Verdächtigen hätten während der Verfolgung aus einem Geländewagen heraus auf Polizisten und Soldaten geschossen. Die Festgenommenen konnten auch mit anderen Straftaten in Verbindung gebracht werden, wie Morelos‘ Generalstaatsanwalt Javier Pérez sagte.
Gouverneur Graco Ramírez schrieb die Tat auf Twitter dem organisierten Verbrechen zu. Ein bestimmtes Drogenkartell oder eine Bande nannte er aber nicht als Verdächtige. Kartelle, die die Kontrolle über mexikanische Gemeinden und Städte an sich reißen wollen, haben in der Vergangenheit schon öfters städtische Vertreter und Bürgermeister ins Visier genommen.
Mota war erst am Neujahrstag vereidigt worden. Sie war Mitglied der linken Demokratischen Revolutionspartei und saß als Abgeordnete im mexikanischen Parlament. Temixco zählt rund 100.000 Einwohner und leidet unter der organisierten Kriminalität. Es gibt immer wieder Entführungen und Erpressungsfälle.
Motas Partei beschrieb die Getötete in einer Erklärung als „eine starke und mutige Frau, die beim Amtsantritt als Bürgermeisterin erklärt hat, der Kampf gegen Kriminalität werde frontal und direkt sein“. Gouverneur Ramírez versprach, die Täter würden nicht ungestraft davonkommen. Die staatliche Regierung werde im Konflikt mit dem organisierten Verbrechen nicht aufgeben.
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