Breminale am Osterdeich: „Wir möchten nachhaltig agieren“

Nach zwei Jahren kehrt das Musik- und Kulturfestival an den Osterdeich zurück. Das Team hat dazu am Nachhaltigkeitskonzept gearbeitet.

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taz: Herr von Doellen, die „Breminale“ kehrt zurück an den Osterdeich. Wie groß ist die Vorfreude?

Jonte von Doellen: 10 von 10! Letztes Jahr haben wir die Breminale pandemiebedingt dezentral an verschiedenen Orten in Bremen durchgeführt. Das hat auch Spaß gemacht, ist aber nicht unser Format. Wir stehen gerne draußen und im öffentlichen Raum. Die Breminale soll im besten Fall die kulturelle Szene der Stadt widerspiegeln und möglichst viele Menschen ansprechen.

Wie sieht das Festivalprogramm aus?

Es treten weit über 100 Künst­le­r:in­nen auf den unterschiedlichen Bühnen auf. Dazu kommt ein kulturelles und interaktives Rahmenprogramm: An unserer neuen Location „Marktplatz“ stellen kleine, lokale Start-ups ihre Arbeiten und Konzepte aus. Dabei geht es vor allem um Slow-Fashion und Re- und Upcycling im Textilbereich. Das Creative Hub ist ebenfalls erstmalig dabei. Dort wird es Vorträge und Workshops zu unterschiedlichen Themen geben. Zusätzlich laden viele kleine Stationen zum Mitmachen ein.

Jonte von Döllen, 36, ist seit 2017 künstlerischer Leiter der Breminale.

Das Thema der Breminale lautet „Respekt“. Was steckt dahinter?

Das Gelände der Breminale liegt sehr zentral und direkt an einem Wohngebiet. Uns liegt sehr am Herzen, auch den direkten An­woh­ne­r:in­nen ein angenehmes Festival zu bieten. Natürlich ist das bei so vielen Be­su­che­r:in­nen und lauter Musik nicht immer einfach. Deswegen führen wir im Vorfeld, aber auch während der Veranstaltung viele Gespräche mit den Anwohner:innen. Es wird auch ein spezielles Format für Feedback und Kritik geben, die sogenannte „Nachbarnale“. Dazu kommen unsere Standard-Leitbilder: respektvoller Umgang miteinander, keine Diskriminierung, kein Rassismus. Auf der anderen Seite bedeutet Respekt für uns auch, umweltschonend und nachhaltig zu agieren. Wir haben ein Mehrwegsystem eingeführt, das nicht nur die Getränkebecher, sondern auch das Geschirr beinhaltet. Außerdem gestalten wir die Infrastruktur so nachhaltig wie möglich.

Open-Air-Festival am Bremer Osterdeich, 13. bis 17. 7., jeweils ab ca. 14.30 Uhr bis 0.30 Uhr

Wie zukunftsfähig ist die Festivalbranche?

Wenn ich manche große Musikfestivals in betrachte, habe ich schon Bedenken, ob die Branche ökologisch so weitermachen kann. Wir selbst können uns keine Veranstaltung mehr ohne Nachhaltigkeitskonzept vorstellen. Wir sehen aber auch, dass andere Festivals ähnliche Ansätze verfolgen und dass die Aufmerksamkeit für diese Themen steigt. Darüber hinaus unterstützen wir Gastronomiebetriebe dabei, nachhaltige Konzepte umzusetzen.

Sie setzen sich auch politisch für Nachhaltigkeit ein. Werden Sie gehört?

Ja, durchaus. Wir haben im letzten Jahr gemeinsam mit anderen Ver­an­stal­te­r:in­nen einen Antrag in die Bremer Bürgerschaft eingebracht. Dabei ging es um ein Mehrweggebot für öffentliche Veranstaltungen, das dieses Jahr politisch beschlossen wurde. Ab 2023 dürfen demnach nur noch Mehrwegbecher für Getränke und ab 2024 nur noch Mehrweggeschirr für Speisen ausgegeben werden.

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