Braunkohletagebau Hambach: Hambi wird doch keine Insel

RWE will nun doch nicht rund um den Hambacher Forst baggern, sondern nur westlich und östlich davon. Auch das lehnen Umweltschützer ab.

Baum mit Aufschrift und Herz: Hambi bleibt

Neuer Plan am Tagebau: Der Hambacher Wald bleibt nicht nur – er bleibt auch von Land umgeben. Foto: dpa

BERLIN taz | Nach heftiger Kritik an den Plänen, die Landschaft rund um den Hambacher Forst abzubaggern und den umkämpften Wald am Rande des Braunkohletagebaus Hambach damit fast zu einer Insel zu machen, hat der Energiekonzern RWE ein solches Vorhaben am Montag dementiert. Der Hambacher Forst werde „nicht in einer Insellage geplant“, teilte das Unternehmen mit.

Zu einer von den Aachener Nachrichten verbreiteten Karte, über die auch die taz berichtet hatte, erklärte RWE: „Sie stimmt nicht mit unseren laufenden Überlegungen und Planungen überein.“ Nur östlich und in geringerem Umfang westlich des Waldes soll noch gebaggert werden. Das südöstlich des Waldes gelegene Dorf Morschenich werde voraussichtlich nicht in Anspruch genommen; das zeigt auch eine Karte, die das Unternehmen auf Twitter veröffentlichte. Eine abschließende Entscheidung werde im Rahmen der erforderlichen Genehmigungsverfahren erfolgen.

Die Sorge, dass der Wald durch die weiteren Abbau­aktivitäten quasi zu einer Halbinsel inmitten des Tagebaus würde, hatte in der Region für heftige Kritik ­gesorgt. Entstanden war sie durch Äußerungen von RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in den Aachener Nachrichten. Wie ein von der Zeitung veröffentlichter Mitschnitt eines telefonischen Statements zeigte, hatte Schmitz erklärt, dass die beiden südlich des Tagebaus gelegenen Dörfer Morschenich und Manheim trotz der Entscheidung zum Erhalt des Waldes abgebaggert werden müssten, um Material zur Stabilisierung der Böschungen des Tagebaus zu gewinnen.

Diese Planungen hatte am Montag auch der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) kritisiert. „Wir sind am Wochenende überrascht worden von der Presseberichterstattung, nach der RWE eine weitreichende Abbaggerung der Flächen auch südlich des Hambacher Forstes plane“, sagte er am Montag.

„Solche Planungen gehen weit über das hinaus, was uns aus den Gesprächen von RWE mit der Bundesregierung bisher vermittelt wurde.“ Der Minister forderte, neben dem Hambacher Forst müssten auch die „hochwertigen landwirtschaftlichen Flächen“ südlich und westlich des Waldes sowie weitere Waldgebiete erhalten bleiben.

Die Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ kritisierte auch die neuen Pläne des Unternehmens. Nach Angaben des Vereins aus dem südlich des Hambacher Waldes gelegenen Ortes Buir, der auch in der Kohlekommission vertreten war, gibt es keine Notwendigkeit, in der Nähe des Waldes überhaupt weiter zu baggern, um Material zur Stabilisierung der Böschungen zu gewinnen. „Ausreichende Gesteinsmassen liegen unmittelbar an der Deponie Sophienhöhe“, wo der Aushub aus dem Tagebau bisher abgelagert wird, teilte der Verein mit. „Diese ist in großen Teilen noch nicht rekultiviert.“

Auch der BUND lehnte die nun von RWE vorgelegten Pläne als „weder nachvollziehbar noch sachgerecht“ ab und forderte, dass der Tagebau nicht über den aktuellen Stand hinaus ausgedehnt werden dürfe. Der Umweltverband besitzt ein Grundstück im Osten des Waldes und will auch damit versuchen, die Pläne aufzuhalten. Man werde das Grundstück „mit allem, was wir haben, weiter verteidigen“, teilte der BUND mit.

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