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Brandanschlag in FlüchtlingsunterkunftErst ein Knall, dann Flammen

In der Flüchtlingsunterkunft am Flughafen Tempelhof wurde ein Anschlag mit Molotowcocktails verübt. Täter kamen vermutlich nicht von außen.

Die Spuren sprechen dafür, dass es ein Brandanschlag war. Die Frage ist nur: Wie kamen die Täter in die Flüchtlingsunterkunft im Hangar 2 des ehemaligen Flughafens Tempelhof? Die Molotowcocktails explodierten auf dem Dach des Büros, in dem Wachpersonal sitzt. Man muss sich das so vorstellen wie einen Raum mit Rigipswänden und -Decke in der Halle. Auch die Geflüchteten leben in solchen Boxen.

Nach aktuellem Ermittlungsstand seien keine Hinweise auf eine politische Tatmotivation erkennbar, teilte die Polizei am Montag auf Nachfrage mit. Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LFA), sagt: „Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Täter nicht von außen gekommen sind.“ Seit einiger Zeit gebe es in der Unterkunft Probleme mit verstärktem Alkohol- und Drogenmissbrauch. „Das hat eine neue Qualität.“

Es geschah gegen 3.20 Uhr am Freitagmorgen. Mitarbeitende des Sicherheits- und Sozialdienstes der Flüchtlingsunterkunft am Columbiadamm hörten nach Angaben der Polizei einen Knall. Dann sahen sie auf dem Dach des Wachhäuschens des Sicherheitsdienstes Flammen. Dem Vernehmen nach waren drei Personen zur Zeit des Anschlags in dem Häuschen, keiner von ihnen wurde verletzt.

Feuerwehrmann verletzt

Die herbeigerufene Feuerwehr habe das Feuer gelöscht und dabei auf dem Dach zwei nicht gezündete Brandflaschen festgestellt. Nur einer von drei Brandsätzen war demnach explodiert. Während der Löschmaßnahmen sei ein Feuerwehrmann durch das Dach des Häuschens gebrochen und habe sich dabei verletzt.

Ein Foto von privat, das Springers B. Z. veröffentlichte, zeigt ein Loch in der Rigipsdecke und eine herunterhängende Deckenplatte. Die gefundenen Brandflaschen sind von der Polizei als Beweismittel sichergestellt worden.

In der Asylunterkunft leben Geflüchtete aus vielen Ländern. Nach Angaben von LFA-Sprecher Langenbach wurden in der Nacht 500 Bewohner evakuiert. Der Brandalarm habe sofort bei Ausbruch des Feuers reagiert, sagt Langenbach. Man habe die Brandwachen aber nochmals verstärkt.

„Die Sozialarbeit und psychosoziale Beratung wurde und wird weiter verstärkt“, so Langenbach. So auch die Angebote zu Gesprächskreisen. Aber es dauere, bis die Angebote angenommen würden. „Man muss langsam Vertrauen aufbauen.“

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