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„Beyond Gossip“ Account auf TikTokGerüchte aus dem Mixer

Der Kanal „Beyond Gossip“ zeigt, dass Klatsch nicht zwingend banal sein muss. Macherin Gizem Celik prüft, ob es hieb- und stichfeste Beweise gibt.

Letztens hat schon wieder irgendwer gesagt, dass es diesen krassen neuen Tiktok-Channel geben soll. Angeblich. Zumindest hätte das ein Bekannter erzählt, und auch ganz viele andere Leute würden bestimmt bestätigen, dass das wirklich sehenswert sei.

Vermutlich war damit der Channel von Podcasterin Gizem Celik gemeint. Die berichtet, wer auf Tiktok was über welche berühmte Leute sagt. Zum Beispiel, dass die Rapperin Doja Cat eine Satanistin sei. Oder dass Popsängerin Ariana Grande eine sei, die anderen Frauen den Mann ausspannt. Weil Gezim das Stichwort „Gerüchteküche“ ernst nimmt, schnippelt sie in manchen Videos nebenbei Bananen oder durchsägt Honigmelonen, die am Ende im Mixer landen. Gemäß der Regel: guter Gossip muss „juicy“ sein.

Während sie die Gabel ins Fruchtfleisch bohrt, prüft sie, ob die Beweise für solche Behauptungen hieb- und stichfest sind. Meist stellt sich heraus: Sie sind es nicht. Dass Doja Cat ein Skelett-Tattoo und aus Jux eine satanistische Halloween-Party geschmissen hat, ist wohl doch nicht ausreichend für die Behauptung, sie habe „ihre Seele an den Teufel verkauft“.

Ist die Faktenlage dichter, stellt Gizem das Framing infrage: Wieso bekommt nun Ariana die Schuld dafür, dass ihr neuer Typ seine Frau für sie verlassen hat? Wieso nicht er selbst?

Kritischer Anspruch

„Beyond Gossip“

mit Gizem Celik

Klatsch schmeckt bei „Beyond Gossip“ doppelt gut, nicht nur wegen der Smoothies, die am Ende am Tisch stehen. Denn der kritische Anspruch nimmt ein bisschen was von dem schlechten Gewissen, das sonst beim Konsum von unterhaltendem Nonsens gelegentlich aufkommt.

Zugleich ist das Auseinandernehmen von Gerüchten eine selten spaßige Schulung von medienkritischem Bewusstsein. Brillant kreiert Gizem parallel dazu mit Mixer, Messer und Gabel Bildmetaphern: Nicht nur Gemüse, auch Gossip sollte schließlich zerteilt werden, bevor man ihn genießt.

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