: Bern: Fehlgeschlagene Mossad-Aktion galt nicht Iran
■ Iran will wegen des Vorfalls vor die UNO gehen. Schweiz wartet vergeblich auf Entschuldigung
Bern/Teheran/Tel Aviv (dpa/ AP) – Die fehlgeschlagene Abhöraktion der Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad in Bern war nicht gegen die iranische Botschaft oder andere iranische Einrichtungen in der Schweiz gerichtet. Das sagte die Sprecherin des Schweizer Außenministeriums, Yasmine Chatila, gestern in Bern. Sie wollte aber nicht ausschließen, daß es sich bei dem Opfer der versuchten Bespitzelung um einen iranischen Staatsbürger handele. Nach israelischen Medienberichten von gestern sei das Ziel der Aktion ein Mitglied der schiitischen Hisbollah-Miliz gewesen, das Kontakte zum Iran habe.
Die Regierung des Iran hat nach Bekanntwerden der Mossad- Panne angekündigt, sie wolle den Fall notfalls vor die Vereinten Nationen bringen. „Wir erwarten von der Schweizer Regierung vollständige Aufklärung und die Bestrafung des israelischen Spions“, erklärte ein iranischer Außenamtssprecher am Donnerstag abend.
Israel blieb gestern dabei, sich nicht für den Vorfall entschuldigen zu wollen, der die Beziehungen zur Schweiz belastet. Der Vorfall sei inakzeptabel und befremdlich zwischen zwei befreundeten Staaten, sagte der Schweizer Staatssekretär Jakob Kellenberger. Die Agenten waren vergangene Woche beim Einbruch in ein Haus in der Nähe Berns ertappt worden. Einer wurde verhaftet, vier wurden freigelassen. In Israel wurden unterdessen Stimmen lauter, die eine Untersuchung verlangten, wer die Informationen über die Affäre an die Öffentlichkeit gebracht habe. So sei eine Regelung hinter den Kulissen vereitelt worden.
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