Berliner Theater bis Neujahr: Wege zur kulturellen Grundsicherung

Mutter Courage, Weihnachten auf Russisch und ein Silvesterkonzert der lautten compagney: Bis Januar ist auf den Bühnen der Stadt digital einiges los.

Porträt der BRD: „Groß und klein“ von Botho Strauß 1978 an der Schaubühne Foto: Ruth Walz

Dies zumindest ist ein Vorteil der Krise: dass man daheim auf dem Sofa auch mal Theater bingewatchen kann. Und sowieso: statt Heimsuchungen unliebsamer Verwandter zu erdulden sucht man sich in diesem Jahr seine virtuelle Gesellschaft selber aus.

Dabei kann man ebenso mythologische Größen des Theaters wie Bert Brecht und Helene Weigel (“Mutter Courage“, Berliner Ensemble, bis 31. 12.), aber auch Peter Stein, Jutta Lampe und Edith Klever („Groß und Klein“, Schaubühne, 25. 12. 18 Uhr) on Demand nach Hause bestellen, wie gegenwärtige Stars der Branche. Wir sagen nur: Taylor Mac („Holiday Sauce… Pandemic!“, bis 2. 1. 21) und Sybille Berg („Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden“ Gorki Theater, 30.12.). Niemand muss also die Tage bis Anfang Januar wirklich allein verbringen.

Auch die Volksbühne lässt sich vom Virus nicht einschüchtern und feiert wie immer „Weihnachten auf Russisch“ (21. 12., 20 Uhr, bis 10. 1. 21, 20 Uhr). Wladimir Kaminer, Musiker und Cartoonist Fil sowie Allrounder Rainald Grebe schnüren unter der Überschrift „Drei Nüsse für die Volksbühne“ ein etwas anderes Weihnachtsprogram zu einem digitalen Kultur-Care-Paket, frei nach dem Motto: Der Seuche in die Suppe spucken.

Die digitale Komödie am Kurfürstendamm veranstaltet das traditionelle Adventssingen der Comedian Harmonists dieses Jahr im Netz (21. bis 31. 12.). Die Brotfabrik bietet zum Jahreswechsel eine digitale und interaktive Sonderausgabe seiner höchsteigenen Version des Silvesterklassikers „Dinner for one“ und verspricht auf keinen Fall „the same procedure as every year“ (29. bis 31.12.)“

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Das Theater im Delphi streamt am 31. 12. Um 19.30 Uhr ein Silvesterkonzert der berühmten, 1984 in Berlin (Ost) gegründeten „lautten compagney“ mit der Berliner Sopranistin Hanna Herfurtner – die Musik von Johann Sebastian Bach interpretieren. Übrigens: Wer sich für die ein oder andere Veranstaltung ein Online-Ticket kauft, holt sich nicht nur Kultur nach Hause sondern leistet einen Beitrag zur Grundsicherung der kulturellen Vielfalt in dieser Stadt!

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