Berliner Clubs wieder im Lockdown: Die Party ist zuende
Ab einer Inzidenz von 350 müssen Clubs wieder schließen, hat die Bund-Länder-Runde beschlossen. Berlin liegt mit 361 knapp drüber.
Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau
In Berlin müssen Clubs wieder schließen. Bund und Länder haben auf einem gemeinsamen Treffen am Donnerstag schärfere Corona-Regeln beschlossen. Vieles davon gilt in Berlin bereits – etwa die Maskenpflicht an Schulen und die 2G-Regel für den Einzelhandel, ausgenommen Supermärkte und Drogerien. Doch eine Verschärfung gibt es nun für die Clubs: Ab einer Inzidenz von 350 im jeweiligen Bundesland müssen sie wieder in den Lockdown. Berlin hat am Donnerstag einen 7-Tage-Wert von 361,4.
Als „sehr, sehr beschämend“ kritisierte Lutz Leichsenring, Sprecher der Clubcommission, der Lobbyvertretung der Berliner ClubbetreiberInnen, den erneuten Lockdown für seine Branche. Das sei eine „Kapitulationserklärung der Politik vor dem Virus“, sagte Leichsenring der taz. Aus seiner Sicht hätte es andere Möglichkeiten gegeben, die man noch hätte ausreizen können: „Viele Clubbetreiber haben gemeinsam mit Laboren bereits begonnen, die Logistik für flächendeckende PCR-Tests aufzubauen.“
Bisher gilt in Berlin für Clubs die 2Gplus-Regel – Zugang nur für Geimpfte und Genesende, plus ein aktueller Schnelltest. Außerdem dürfen die Clubs die Dancefloors zu maximal 50 Prozent der üblichen Kapazität füllen. Das hatte der Senat erst in der vergangenen Woche beschlossen. Einige Clubs – etwa das About Blank in Friedrichshain, hatten daraufhin angekündigt, wieder zu schließen, weil sich ein solcher Betrieb wirtschaftlich nicht rechne.
Strenger als der Bund erlaubt wollte der Berliner Senat bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen sein: Am Dienstag hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) angekündigt, nur noch 5.000 ZuschauerInnen erlauben zu wollen. Der Bund will die Grenze bei 15.000 ziehen.
Am Freitag ist eine Sondersitzung des amtierenden rot-rot-grünen Senats zu Corona geplant, wie eine Sprecherin der Senatskanzlei bestätigte.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert