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Befall in BrandenburgNach dem Eichen- kommt jetzt der Kiefernprozessionsspinner

Nicht nur der Eichenprozessionsspinner macht in Brandenburg Probleme: Ein weiterer Schädling breitet sich aus. Welche Beschwerden die giftigen Härchen auslösen.

dpa | Nicht nur der Eichenprozessionsspinner ist wegen seiner giftigen Härchen in Brandenburg ein Problem: Auch ein weniger bekannter Verwandter tritt vermehrt auf – der Kiefernprozessionsspinner.

Die Vorkommen haben im Vergleich zu den Vorjahren nochmals etwas zugenommen, wie das Umweltministerium auf Anfrage mitteilte. Der Kiefernprozessionsspinner profitiere ebenso wie der Eichenprozessionsspinner von trockenem, warmem Wetter.

Auch diese giftigen Raupenhaare können allergische Reaktionen auslösen, Hautausschläge und Atemwegsbeschwerden. Die Nester sind aber kleiner und weniger auffällig als die des Eichenprozessionsspinners.

Ministerin: Nester meist weniger problematisch

Der Befall von Kiefern sei in Brandenburg weit weniger intensiv als beim Eichenprozessionsspinner, so das Ministerium. Die Nester seien zumeist auch weniger problematisch, weil Kiefern seltener in Wohnsiedlungen und weiter entfernt von Schulen und Kitas zu finden seien.

Schwerpunkte liegen laut Umweltministerium in Südbrandenburg etwa in der Region Cottbus und im Fläming. Aber auch der Landkreis Ostprignitz-Ruppin meldete Vorkommen.

Weiter Vorsicht angebracht

Beim Kiefernprozessionsspinner habe die Verpuppung – das Stadium, bevor daraus der Nachtfalter entsteht – inzwischen begonnen, so das Ministerium. In einigen Regionen sei sie schon fast abgeschlossen.

Die Reste der Nester und die Brennhaare verblieben aber auch nach der Verpuppung noch an den Kiefern oder am Boden. Man sollte in Kiefernwäldern daher wachsam sein sowie etwa auf Campingplätzen und Barfußpfaden in der Umgebung von Kiefern, rät das Umweltministerium.

Welche Gefahren bestehen für Mensch und Tier?

Laut Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind Menschen mit allergischem Asthma und anderen Allergieerkrankungen sowie Patienten mit Erkrankungen von Lunge und Atemwegen besonders gefährdet. Auch für Haustiere, insbesondere für Hunde, bestehe eine Gefährdung, da sich die Brennhaare am Boden verteilten und durch das Schnüffeln große Mengen in die oberen Atemwege der Tiere aufgenommen werden können.

Beim Kontakt mit den Brennhaaren kommt es laut Gesundheitsamt häufig zur „Raupendermatitis“ mit stark juckendem Ausschlag, roten Pusteln, Quaddeln und schmerzhaften Hautrötungen. Auch Bindehautentzündungen mit Rötung, Schwellung und Lichtempfindlichkeit der Augen seien möglich.

Was kann bei Krankheitsanzeichen helfen?

Betroffene Hautstellen sollten gründlich mit viel Wasser abgespült werden, rät das Gesundheitsamt des Kreises Ostprignitz-Ruppin. Zudem könnten Brennhaare mithilfe von Klebeband vorsichtig von der Haut abgezogen werden. Kleidung sollte außerhalb der Wohnung gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Auch kühlende Umschläge könnten helfen.

Sollten größere Hautareale – etwa mehr als die Hälfte eines Armes oder Beines, Brust oder Rücken – betroffen sein und sich Beschwerden nicht lindern lassen, wird empfohlen, zum Arzt zu gehen. Bei schweren Symptomen wie Atemnot, Schwellungen der Schleimhäute, Schwindel, Übelkeit und Benommenheit sollte sofort der Rettungsdienst verständigt werden.

Auch Entzündungen der Augen sollte umgehend ein Arzt untersuchen. Das Gesundheitsamt warnt: „Keinesfalls die Augen reiben, denn dadurch gelangen die Haare noch tiefer ins Gewebe.“

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