Bayern München gewinnt Champions League: Der 11. Sieg in Folge

Fans feiern in München den Sieg im Champions-League-Finale. Ausschreitungen in Paris. Coman erzielt Siegtreffer per Kopf.

ein Fußballer springt hoch, der Ball fliegt Richtung Tor, der Torwart guckt

Das Tor im Finale: Kingsley Coman spielt in der 59. Minute mit Köpfchen Foto: David Ramos/Pool Getty via AP/dpa

Lissabon/München/PARIS dpa/taz | Mit Mundschutz und Fanschal oder hupend im Auto haben Tausende Anhänger des FC Bayern in München den Sieg ihrer Mannschaft im Finale der Champions League und das damit erreichte Triple gefeiert.

Mehrere Tausend Fans kamen am späten Sonntagabend zur Leopoldstraße in der Innenstadt, die für Autokorsos bekannt und beliebt ist. Auch am Marienplatz versammelten sich nach Angaben der Polizei mehrere Hundert Menschen. Nicht immer wurden die geltenden Abstandsregeln eingehalten. Die Polizei war mit vielen Leuten im Einsatz.

Laut hupend fuhren manche in ihren Autos über die mehrspurige Strecke, andere gingen Flaggen schwenkend an ihr entlang. Auf den Bürgersteigen bildeten sich immer wieder größere Gruppen von Menschen, die ausgelassen feierten, oft ohne Maske. In Bayern sind derzeit noch Sommerferien, weshalb einige am Montagmorgen weder zur Schule noch zur Arbeit müssen.

Die Polizei sprach aber von einer ruhigen Lage. „Es hat sich im Laufe der Nacht dann relativ lautlos aufgelöst“, sagte der Sprecher. Mehr als 150 zusätzliche Einsatzkräfte im Vergleich zu einem durchschnittlichen Sonntagabend waren auf den Straßen. In orange-gelben Warnwesten gut sichtbar kontrollierten sie die Hygiene- und Abstandsregeln, die zur Eindämmung der Coronapandemie gelten.

Ausschreitungen in Paris

In Paris kam es hingegen nach Ende des Spiels zu Ausschreitungen. Die Polizei in Paris nahm 148 Menschen fest, wie die Pariser Polizeipräfektur am Montag auf Twitter mitteilte. Die Festnahmen erfolgten demnach hauptsächlich wegen Beschädigung, Gewalttätigkeit oder dem Werfen von Projektilen auf die Polizei. Außerdem seien mehr als 400 Verwarnungen ausgesprochen worden, weil die Maskenpflicht missachtet worden war.

Randalierende Fans hatten in der Nähe des Fußballstadions Parc des Princes sowie in der Umgebung der Champs-Elysées ihrer Enttäuschung Luft gemacht. Um das Stadion herum kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte. Die Polizisten wurden unter anderem mit Feuerwerkskörpern beworfen. Entlang der Prachtstraße Champs-Élysées setzten Randalierer Fahrzeuge in Brand, zerbrachen Fensterscheiben und zerstörten Geschäfte.

Die Spielerstars von Paris Saint-Germain zeigten sich fairer. Neymar und Kylian Mbappé gratulierten dem FC Bayern München via Twitter zum Sieg im Champions-League-Finale. „Verlieren ist Teil des Sports, wir versuchen alles, wir kämpfen bis zum Ende“, schrieb der Brasilianer Neymar zudem. Der Franzose Mbappé meinte, er sei „enttäuscht, dieses Jahr nicht mit der besten Auszeichnung zu beenden“, aber so sei das Leben. Man habe mit aller Kraft gekämpft.

Der FC Bayern München hatte am Sonntagabend das Finale in Lissabon durch ein Tor von Kingsley Coman mit 1:0 gewonnen. Bayern München ist damit in 28 Jahren Champions League der erste Titelträger, der vom Start bis zum Finale alle Partien gewinnen konnte. Elf Siege reihte der deutsche Fußball-Rekordmeister bis zum krönenden 1:0 am Sonntagabend in Lissabon gegen Paris Saint-Germain aneinander, darunter das historische 8:2 gegen den FC Barecelona. Der letzte ungeschlagene Titelträger war Manchester United in der Saison 2007/08.

Zum zweiten Mal nach 2013 holten die Bayern zudem das Triple – Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Mit dem Kopf das 500. Tor

Der fesselnde Krönungsabend im praktisch leeren Estádio da Luz hatte auf Münchner Seite zwei Helden, die herausstachen. Neben dem unbezwingbaren Torhüter Manuel Neuer war Kingsley Coman die umjubelte Figur. Der französische Nationalspieler traf in der 59. Minute mit dem Kopf. Das 500. Champions-League-Tor der Bayern entschied das hochintensive Endspiel.

Coman sprach später „vom schönsten Tag meines Lebens, was den Fußball angeht“. Der Außenstürmer, der vor 24 Jahren in Paris zur Welt kam, bei PSG ausgebildet wurde und im Alter von 16 im Profiteam debütiert hatte, verhinderte den ersehnten ersten Königsklassen-Triumph des französischen Meisters mit Trainer Thomas Tuchel.

„So ist Fußball, der schreibt manchmal seine eigenen Geschichten“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick zu Matchgewinner Coman. Flicks Kalkül war aufgegangen. Er stellte Coman für Ivan Perisic in die Startelf, weil die PSG-Vergangenheit vielleicht ein Schuss „Extra-Motivation“ sei. Es funktionierte.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben