Ausstellung im Palazzo dell’Arte: Hauptsache, es passt und es ist schön
In Mailand ist während der Winterspiele eine Ausstellung zu sehen. Sie zeigt Skisport in Zeiten des Klimawandels. Und kennt als Lösung nur: Design.
Foto: Imago/Independent Photo Agency Int.
Italiens Olympiateam feiert seine Erfolge im Mailänder Palazzo dell’Arte. In jenem Ausstellungstempel, in dem auf der Triennale der Designkunst gehuldigt wird, werden die Siegesfeiern kunstvoll inszeniert. Dazu wird eine Ausstellung mit dem Titel „White Out“ präsentiert, die sich mit der Zukunft des Wintersports auch in Zeiten des Klimawandels befasst. „White Out“ ist ein Begriff aus dem Alpinismus. Wenn das Auge nichts mehr zu fassen bekommt, weil alles weiß scheint – der Schnee unter den Füßen ebenso wie der wolkenverhangene Himmel, dann wird es gefährlich.
Da wird doch nicht etwa eine wintersportkritische Ausstellung ausgerechnet da gezeigt, wo Italien dem Wintersport eine Showbühne aufgebaut hat? Auch wenn eine dieser niederschmetternden Grafiken an einer Wand angebracht wurde, auf der abzulesen ist, dass auch in den Hochlagen der Alpen immer seltener Schnee fällt, setzt die Ausstellung, die der deutsche Designer Konstantin Grcic zusammengestellt hat, vor allem auf das Ermöglichen. Die akademische Faszination für Design steht über so gemeinen Gedanken wie Naturschutz.
Mit der Designerbrille betrachtet, muss man den Eiskanal, den die chinesischen Olympiamacher von 2022 in ein Naturschutzgebiet betoniert haben, vielleicht wirklich schön finden. Und wie es Technikdesigner schaffen, einen Bob wie den der deutschen Olympiasieger so windschnittig wie möglich zu machen, auch das lässt ein Designerherz wahrscheinlich höher schlagen. Es geht um Lösungen durch Design.
Wenn sich bedingt durch Klimaveränderungen immer mehr Lawinen lösen, dann braucht es vor allem ein gut designtes Rettungsgerät. Und wenn kein Schnee mehr fällt, dann muss man Pisten eben anders denken, neue Beschneiungstechniken entwickeln, die mit weniger Wasser auskommen, oder auf recycleten Textilresten Ski fahren, so wie es auf dem Dach eines Bürogebäudes in Kopenhagen möglich ist.
Vor diesem Hintergrund wird auch ein Skiresort in der saudischen Wüste zur positiven Designvision. Dass das Projekt mittlerweile als gescheitert gilt, nachdem Saudi-Arabien die Asiatischen Winterspiele 2029 vom Retortenort Trojena nach Almaty in Kasachstan weitergereicht hat, ist in dieser Logik egal. Es geht ums Machen. Um die Berge geht es jedenfalls nicht.
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