piwik no script img

Die Wochenvorschau für BerlinRaus aus der Jogginghose

Vorbei die faule Zeit: Die Schulferien sind zu Ende, die BVG schleppt jetzt selbst ab, und am Sonntag wird wieder Luxemburgs und Liebknechts gedacht.

Hallo wach, die Feiertage sind vorbei! Foto: picture alliance/Jan-Philipp Strobel/dpa

Aufgewacht, Berlin, die Feiertage sind vorbei. Also raus aus der Jogginghose, die Kinder müssen wieder zur Schule. Wobei, kommt drauf an, also zumindest das mit der Jogginghose – falls eine Runde Rennen morgens Ihr noch nicht gestorbener Vorsatz für dieses Jahr ist. Oder falls die Jogginghose zur Schuluniform Ihrer Kids dazugehört, dann sollte man das Kind seiner Beinkleidung natürlich nicht berauben.

Ganz schnell wach werden dürfte am Montag auf jeden Fall, wer sein Auto nicht mehr dort findet, wo er oder sie es tags zuvor abgestellt hatte – zum Beispiel verbotenerweise auf einer Busspur. Dort hat nämlich die BVG ab Montag die Lizenz zum Abschleppen. Für 208 Euro kann man sein Auto wieder freikaufen. Oder den Blechhaufen besser gleich abschaffen und sich stattdessen eine Umweltkarte für Bus und Bahn oder ein Fahrrad kaufen oder meinetwegen auch eine Jogginghose (guter Vorsatz!).

Denn mal vorausgesetzt, Sie waren nüchtern, als Sie das Auto auf der Busspur geparkt haben: Dass offenbar nirgendwo sonst ein Parkplatz frei war, ist doch ein Wink mit dem BVG-Ticket, dass für den Individualverkehr dienende Autos kein Platz mehr ist in der (Innen-)Stadt.

Gut zu Fuß und per Bahn kommt man übrigens aus allen Himmelsrichtungen auch zum Roten Rathaus, und dorthin lohnt sich in diesem Jahr durchaus mal ein kleiner Spaziergang. Das „Haus aller Berlinerinnen und Berliner“ (O-Ton Regierender Michael Müller) wird am Montag 150 Jahre alt – am 6. Januar 1870, also noch zu Zeiten Wilhelm des Vorletzten (des I.), trat hier erstmals die Stadtverordnetenversammlung zusammen. Übrigens gab es schon damals einen Zuschauerraum für rund 100 schaulustige BürgerInnen, eine Volksnähe, die für das Kaiserreich geradezu revolutionär war.

Obige und andere Anekdötchen kann man demnächst in einer „448 Seiten umfassenden, bebilderten Chronik“ nachlesen, deren Veröffentlichung allerdings erst für Ende Januar angekündigt ist. Im Sommer ist außerdem ein BürgerInnenfest geplant, und einen eigenen Internetauftritt bekommt das Rathaus sogar auch – sogar einen, der „ständig aktualisiert“ werden soll, wie die Pressestelle der Senatskanzlei mitteilt.

(Unfreiwillig) museale Züge hat zuweilen auch die alljährliche Rosa-und-Karl-Demo zu Ehren der vor 101 Jahren ermordeten KommunistenführerInnen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Los geht’s an den Gräbern der beiden am Sonntag auf dem Friedhof in Friedrichsfelde. Für Beginner: rote Nelke nicht vergessen.

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 40.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare

  • Noch keine Kommentare vorhanden.
    Starten Sie jetzt eine spannende Diskussion!