Anti-Terrorkampf in Pakistan: 67 Tote bei Militäreinsatz

Bei Angriffen des pakistanischen Militärs wurden 67 Taliban getötet. Auch die Todesstrafe soll an Terroristen wieder vollstreckt werden.

Erhöhte Sicherheit in pakistanischen Gefängnissen: Bald soll es für Terroristen wieder die Todesstrafe geben. Bild: dpa

ISLAMABAD ap | Wenige Tage nach der brutalen Attacke der pakistanischen Taliban auf eine Schule hat das Militär im Nordwesten und Süden des Landes 67 Extremisten getötet. Bei Angriffen am Donnerstag und Freitag seien sowohl Luftangriffe geflogen als auch Bodentruppen eingesetzt worden, teilte die Armee mit.

Am Dienstag hatten die Taliban eine vom Militär betriebene Schule in Peschawar angegriffen und dabei 148 Menschen ermordet, darunter überwiegend Kinder. Das Massaker hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Seitdem flog die pakistanische Armee mehrere Luftangriffe in Khyber, eine Stammesregion an der Grenze zu Afghanistan, die als Rückzugsort der Taliban gilt.

Am Donnerstag seien zehn Extremisten von Bodentruppen getötet worden, 17 weitere durch Luftangriffe, hieß es. Unter den Toten befand sich den Angaben zufolge ein usbekischer Kommandeur. Weitere 32 Terroristen seien am Freitag bei einem Hinterhalt im Nordwesten des Landes getötet worden. Demnach waren die Extremisten im unwegsamen Tirah-Tal nahe der Grenze zu Afghanistan unterwegs, als sie von den pakistanischen Streitkräften ins Visier genommen wurden.

In der Provinz Baluchistan im Süden des Landes töteten pakistanische Sicherheitskräfte einen pakistanischen Taliban-Führer und sieben seiner Gefolgsleute, wie die Polizei mitteilte.

Infolge des Schulmassakers hatte das Militär am späten Donnerstagabend auch die Todesstrafe für sechs verurteilte Terroristen gebilligt. Wann sie hingerichtet werden sollen, steht noch nicht fest. Am Mittwoch hatte Ministerpräsident Nawaz Sharif angekündigt, er werde ein Hinrichtungs-Moratorium in Terrorismusfällen aufheben.

In vielen Fällen werden in Pakistan jedoch zivile Opfer von Anti-Terroreinsätzen posthum zu Extremisten erklärt. Die britische Menschenrechtsorganisation Reprieve kalkuliert auf der Basis der Auswertung von Medienberichten sowie der TBIJ-Recherchen für die Zeit von November 2002 bis November 2014 für 41 Zielpersonen in Pakistan und dem Jemen 1.147 durch Drohnen getötete Zivilisten.

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