piwik no script img

Anti-Räumungs-Klänge

Die Hamburger Bands „STAU“ und „Sport“ geben heute ein Benefizkonzert für den Bauwagenplatz „Bambule“

Parallel zur am letzten Sonnabend begonnenen Aktionswoche gegen Vertreibungspolitik und Räumung des Wagenplatzes Bambule findet heute Abend im Hafenklang ein Benefizkonzert statt, dessen Ertrag hundertprozentig als Solidaritätsbeitrag für den Erhalt des Bauwagenplatzes im Karoviertel verwendet werden soll.

Organisiert wurde das Konzert von Martin Boeters, dem Schlagzeuger der Hamburger Band Sport. Boeters, dem es – nicht nur, weil einige Freunde von ihm dort wohnen – in erster Linie um das weitere Bestehen des alternativen Wohnprojekts geht, hofft auf ein Publikum, dem neben der Musik auch das Anliegen wichtig ist. Zum wirklich lässigen Tribut von fünf Euro gibt es gleich zwei musikalische Ereignisse, die es sich anzuhören lohnt.

Zusammen mit Sport, deren im letzten Jahr erschienenes Album These Rooms Are Made For Waiting dem vielerorts totgesagten Indie-Rock wieder frisches Leben einhauchte, wird die Noiserock Combo STAU den Abend bestreiten. Letztere hat erst vor wenigen Tagen ihre neue Platte Der Gute Rat veröffentlicht, die in ihrer Synthese aus gebrüllten Texten und von Punk veredeltem Jazzcore an krachiger Überzeugungskraft ihresgleichen sucht.

Doch STAU geht es weniger um das Vorstellen ihres neuesten Werkes, als vielmehr um einen Beitrag zum bestehenden Prolem des deutschlandweit drohenden Verbots alternativer Wohnformen. Frank Fennel, Gitarrist der Band, weiß aus eigener Erfahrung als Hausbootbesitzer um die wachsenden Schwierigkeiten, einen Liegeplatz zu bekommen. Grund genug, um einmal über die Idee des anderen Wohnens zu informieren. Deshalb wird zwischen den Auftritten ein 20-minütiger Dokumentarfilm über die Vorwerk-Bambule gezeigt und eine Dia-Show mit schönen und skurrilen Bildern aus der internationalen Bauwagenkultur geboten.

Am morgigen Donnerstag soll dann mit bloßer Anwesenheit gegen die angedrohte Räumung in der Vorwerkstraße protestiert werden, und vielleicht fühlt sich nach dem Konzert dieser oder jener Besucher aufgerufen, daran teilzunehmen. MATTHIAS SEEBERG

heute, 22 Uhr, Hafenklang

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen