Angeklagter US-Milliardär Jeffrey Epstein

Tod in der Haftzelle

Ihm drohte wegen sexueller Misshandlung von Minderjährigen der Prozess. Nun hat sich der ehemalige Trump-Freund im Gefängnis suizidiert.

Gerichtszeichnung: Epstein sitzt in blauer Kleidung und mit Brille auf der Anklagebank. Im Hintergrund der Richter

Gerichtszeichnung vom 18. Juli: Jeffrey Epstein und im Hintergrund Richter Richard Berman während einer Anhörung Illustration: reuters/Jane Rosenberg

NEW YORK ap/afp | Der des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigte US-Milliardär Jeffrey Epstein hat Medienberichten zufolge im Gefängnis Suizid begangen. Der 66-Jährige habe sich erhängt und sei am Samstagmorgen tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden worden, berichteten die Zeitung New York Times und andere Blätter, sowie die Nachrichtenagentur ap. Epstein wurden von der Staatsanwaltschaft auch Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vorgeworfen.

Epstein soll zwischen 2002 und 2005 dutzende teils minderjährige Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Im Falle einer Verurteilung hätten ihm bis zu 45 Jahre Haft gedroht. Der Prozess gegen ihn hätte frühestens im Juni 2020 begonnen.

Epstein war bereits Ende Juli verletzt in seiner Zelle vorgefunden worden. Ermittler hatten einen Suizidversuch für möglich gehalten.

Der Milliardär galt als unter Politikern und Prominenten als extrem gut vernetzt. Er zählte früher unter anderem Ex-Präsident Bill Clinton, Prinz Andrew und den heutigen US-Präsidenten Donald Trump zu seinen Freunden. Trump hatte Epstein 2002 im New York Magazine als „großartigen Typen“ bezeichnet.

Wenn Sie selbst traurige Gedanken haben oder vielleicht sogar daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie sich melden können.

Die Telefonseelsorge bietet rund um die Uhr und kostenfrei Beratung bei Sorgen und Krisen:

0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 oder 116 123

Wenn Sie lieber schreiben als sprechen wollen: Unter www.telefonseelsorge.de können Sie auch mit einem oder einer Seelsorger*in chatten.

Im Zuge des Missbrauchsskandals war vergangenen Monat US-Arbeitsminister Alex Acosta zurückgetreten. Er hatte als Staatsanwalt vor mehr als zehn Jahren eine außergerichtliche Einigung mit Epstein mit ausgehandelt, die diesem im Gegenzug für ein Geständnis ein Verfahren an einem Bundesgericht ersparte. Der Investmentbanker erhielt lediglich eine 18-monatige Haftstrafe und kam nach Ablauf von 13 Monaten frei. Ein Verfahren vor einem Bundesgericht blieb ihm erspart.

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