: Am Rand der Welt, im Zentrum der Krisen
Aus Tromsø Christian Jakob
Sie wollte eigentlich gar nicht mit ihm reden. Nicht so, nicht unter diesen Umständen. Aber er war eben auch in diesem Studio beim norwegischen Fernsehen, heute Morgen, als sie nacheinander beide interviewt wurden. „Kein Interesse“, hatte Aaja Chemnitz Arnatsiaq Larsen ihm im Vorbeigehen gesagt. Und dann sei dieser unglaubliche Satz gefallen: „Der Scheck ist in der Post.“
Zwölf Stunden später, am Dienstagabend sitzt die grönlandische Parlamentsabgeordnete in einem gediegenen, holzgetäfelten Salon in der Innenstadt von Tromsø, der nördlichsten Großstadt der Welt. „Schluss mit kolonialen Praktiken, Stärkung der Zusammenarbeit mit Grönland“ heißt die Veranstaltung, der Saal ist überfüllt. Larsen, die die linke Partei Inuit Ataqatigiit im dänischen Parlament vertritt, ist der Stargast auf der Bühne. Sie muss nur einen Namen fallen lassen, die Menge buht: „Tom Dans“. Den kennen alle hier als „Trumps Greenland-Guy“: Der Investmentbanker Dans soll für US-Präsident Donald Trump einen Grönlanddeal abschließen Mit Geld – wie es der „Scheck“-Satz nahelegt. Dass sich Trump die Insel sonst womöglich nicht doch noch mit Gewalt holt, da sind sich viele hier nicht so sicher.
Am Morgen waren Larsen und Dans beim „Nyhetsmorgen“, dem Frühstücksfernsehen, und Dans hatte behauptet, die Grönländer:innen seien „niemals frei“ gewesen. „Wir Amerikaner haben uns vor 200 Jahren von den Briten befreit. Sie sind seit 250 Jahren unter dänischer Herrschaft.“ Das könne nun ein Ende haben, dank Trump, dem „mächtigsten Individuum der Erde“ und „Dealmaker-in-Chief“.
Über 1.000 Politiker:innen und Wissenschaftler:innen sind in dieser Woche nach Tromsø gekommen, ganz in den Norden Norwegens. Auf der „Arctic Frontiers“-Konferenz diskutieren sie darüber, wie es angesichts von Klimawandel und der zunehmenden Aggressivität der Großmächte in der Polarregion weitergehen soll. „Die Arktis ist heiß“, das sagte Norwegens Außenminister Espen Barth Eide zum Auftakt. Die Region heizt sich viermal schneller auf als der Rest der Welt. In dieser Woche ist es in Tromsø, 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, teils fünf Grad wärmer als in Berlin. Das große Tauen eröffnet potenziell neue Möglichkeiten für Handel, Rohstoffabbau und Landwirtschaft – und weckt entsprechende Begehrlichkeiten.
Und so war Eidens Satz nicht nur auf den Klimawandel gemünzt. Allen stecken Trumps Drohungen gegen Grönland der vergangenen Wochen in den Knochen. Sein Emissär Dans ist gekommen, um seine Sicht der Dinge zu verbreiten. Auf einem Konferenzpodium sprechen darf er nicht, eine Interviewanfrage der taz beantwortet er nicht.
Trump habe die Grönländer:innen in Angst versetzt, sagt Larsen. „Lehrer sagen mir, dass die Schulkinder verlangen, während des Unterrichts das Radio laufen zu lassen, damit sie gleich erfahren, wenn es einen Krieg gibt. Ich werde wirklich wütend, wenn ich das höre.“ Am Mittag hatte sie vor Journalist:innen gesagt: „Heute geht die größte Gefahr von den USA aus, nicht von Russland und China.“ Trumps Aggression müsse auch andere Länder besorgen. Es sei „wichtig, darüber nachzudenken, wer der Nächste sein könnte. Unsere Sicherheit ist eure Sicherheit“, sagt sie. Es ist das gleiche Argument, mit dem die Ukraine um Unterstützung bittet.
Larsens Partei hatte sich einst für die Unabhängigkeit von Dänemark eingesetzt. Davon ist keine Rede mehr. „Haben wir Dinge mit Dänemark zu klären? Ja.“ Aber auch in einer Ehe lasse „man sich nicht gleich scheiden, nur weil es mal kompliziert wird“. Die US-Regierung habe Lügen verbreitet und über Grönland einfach als ein „großes Stück Eis“ gesprochen, die Menschen ignoriert. „Beleidigend“ sei das. Die Grönländer:innen lebten in letzter Zeit in einer „surrealen Situation“, sagt sie. „Ich wache auf, und dauernd gibt es Breaking News, das ist ein Albtraum.“ Die USA seien so lange ein enger Verbündeter gewesen. „Es ist schwierig, zu verstehen, was da jetzt geschehen ist. Wir sind alle erschöpft.“
Tromsø ist der Sitz des Arktischen Rats, der dieser Tage 30 Jahre alt wird. Das Forum aus acht Arktisanrainern galt lange als Symbol für das, was auf der „Arctic Frontiers“-Konferenz immer wieder „arktischer Exzeptionalismus“ genannt wird: der Umstand, dass nördlich des Polarkreises der Kalte Krieg nicht so durchgeschlagen hatte wie anderswo. Entrückt von der übrigen Welt gab es hier lange ein eher kooperatives Verhältnis zwischen USA, UdSSR und den übrigen Anrainerstaaten. Erinnert wird gern an den Eisbärenschutzvertrag von 1973. Und auch nach 1990 sei die Zusammenarbeit rund um den Nordpol ein „Leuchtfeuer“ internationaler Kooperation gewesen, das wird hier gern betont.
Doch das ist passé. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist die Zusammenarbeit mit Moskau im Arktischen Rat ausgesetzt. Die verbleibenden Staaten verfolgen Putins Expansionsbestrebungen im Eismeer mit zunehmender Sorge. Gefolgert hatten sie daraus bis vor Kurzem vor allem die Notwendigkeit, die Nato in der Polarregion zu stärken. Doch seitdem auch Trump droht, ist unklar, wie es weitergehen soll.
Auf dem Podium an Dienstagabend sitzt neben Larsen Mike Sfraga, ein Universitätsprofessor aus Fairbanks in Alaska. Unter Joe Biden war er US-„Botschafter für Arktische Angelegenheiten“: „Wenn du jemals von Dans einen Scheck kriegst, zerreiß ihn“, sagt er, zu Larsen gebeugt. „Es tut mir weh, was geschieht. Denkt dran: Ihr habt auch in den USA Freunde – in beiden Parteien.“ Die Umfragen zeigten: „Die Mehrheit der Amerikaner will das nicht.“
Mittwoch dann wird die republikanische US-Abgeordnete Lisa Murkowski aus ihrem Büro in Washington auf die „Arctic Frontiers“-Hauptbühne zugeschaltet. Trumps Rhetorik habe „der Kooperation die Luft zum Atmen genommen,“ sagt Murkowski. „Ihr habt Verbündete, auch im US-Kongress.“
Es gibt eine Fraktion hier, die auf Stimmen aus den USA baut. Sie fürchtet Russland und will deshalb von den Amerikanern als Partner nicht lassen, trotz allem.
Zu ihr gehört zum Beispiel der norwegische Außenminister Espen Barth Eide. Er nennt es einen „Segen“, dass dank Schweden und Finnland nun „mehr Arktis in der Nato und mehr Nato in der Arktis ist“. Auf der Konferenz wird das Video einer jungen Frau aus dem norwegischen Kirkenes abgespielt. Sie fragt, wie sie „sicher leben“ soll, wenn nur 100 Kilometer entfernt, jenseits der Grenze zu Russland, das „größte Atomwaffenarsenal der Erde“ liegt.
Aaja Chemnitz Arnatsiaq Larsen, Abgeordnete des grönländischen Parlaments
Oder die litauische Außenministerin Baiba Braže. Mit Blick auf das US-Gebaren gegenüber Grönland sagt sie: „Alle Differenzen in der Nato können unter Partnern im Dialog gelöst werden.“ Denn man dürfe nicht vergessen: Die „größte Gefahr ist Russland“. Schließlich drohe auch anderen Ländern ein Schicksal wie der Ukraine.
Samu Paukkunen ist Direktor des Finnischen Instituts für Internationale Politik. „Die russische Aggression zwingt allein die nordischen Staaten zu Mehrausgaben im zweistelligen Milliardenbereich“, sagt er. Gegen Russlands hybride Attacken helfe „keine Diplomatie“, nur Aktionen wie die jüngst angelaufene Nato-Ostseemission Baltic Sentry.
Doch nicht nur die unmittelbaren Nachbarn warnen vor Russland. Am Montag spricht der grüne Ex-Vizekanzler Robert Habeck in Tromsø. Er arbeitet jetzt am Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen. Es sei auffällig, wie sehr die Rhetorik der russischen Regierung zur Arktis heute der Weise gleiche, mit der sie früher über die Ukraine gesprochen habe, sagt Habeck. „Das Gerede von einer ‚Roten Arktis‘, Bilder russischer Flaggen am Nordpol, die Vorstellung, dass dies eine natürliche Region für den besonders harten russischen Menschen ist, und der historische Bezug auf die Arktisexpeditionen, die Zar Peter der Große anstieß“ – genauso habe Russlands Regierung einst den Überfall auf die Ukraine propagandistisch vorbereitet, sagt Habeck. „Und wir alle haben das übersehen.“
Ihn treibe die Sorge um, dass die zunehmenden, provokativen Umtriebe russischer Schiffe im Eismeer oder der Ostsee auf kurz oder lang zu einem Zwischenfall führen könnten, den Putin zum Anlass für eine Eskalation nähme. „Dann kann schnell auch Norwegen oder Polen hineingezogen werden – und dann gehen wir dunklen Zeiten entgegen.“ Und wer garantiere, dass Trump und Putin die Region nicht einfach untereinander aufteilen – Grönland für die USA, das zu Norwegen gehörende Spitzbergen für Russland etwa? „Was dann? Steigen wir dann wirklich in einen Krieg ein?“
Neben Habeck auf dem Podium steht Gunhild Hoogensen Gjørv. Die Professorin unterrichtet Geopolitik an der Arktischen Universität in Tromsø. „Nach der Annexion der Krim 2014 haben viele gedacht, wenn wir in der Arktis nett zu Russland sind, geht es vielleicht irgendwie“, sagt Gjørv. Heute aber werde die Polarregion „bombardiert“ mit hybriden Attacken, hinter denen Moskau stehen dürfte. „Elektronische Sabotage, Spionage, Hacking, Spoofing, Rekrutierung von Informanten, verschwundene Unterseekabel, die U-Boote, Schattenflotte – alles da“, sagt sie.
2024 hat eine Arbeitsgruppe unter Gjørvs Leitung einen Bericht über die russischen Nadelstiche rund um den Norden Norwegens vorgelegt. Es seien Aggressionen „unterhalb militärischer Gewalt“, sagt sie. Sie sollten Misstrauen in der Gesellschaft säen. „Wenn das gelingt, dann werden hybride Aktivitäten zu einer Gefahr, dann desintegrieren sie unsere Gesellschaft“, sagt Gjørv. Vertrauen sei deshalb die wichtigste Gegenwehr.
Wie weit Russland geht, das hat Gjørv selbst zu spüren bekommen. Der russische Agent Mikhail Mikushin kam 2021 getarnt als brasilianischer Gastwissenschaftler an die Uni in Tromsø – und versuchte sie auszuspähen. Nach seiner Verhaftung wurde er 2024 in Ankara mit sieben weiteren russischen Häftlingen vom Westen gegen 16 westliche Gefangene Putins ausgetauscht.
Auch Gjørv hält es für denkbar, dass Moskau es auf das auch von Russen besiedelte Spitzbergen abgesehen haben könnte. „Die Insel gehört zu Norwegen. Punkt. Aber Russland verbreitet dauernd Behauptungen, dass der Spitzbergenvertrag von 1920 auch irgendwie anders interpretiert werden könnte.“ Denn klar sei, dass es steten Druck und Kampagnen gebe, um Einfluss auf die lokale Bevölkerung zu nehmen. „Die Menschen sollen offener gegenüber Russland werden.“
„Wer nicht mit am Tisch sitzt, der landet auf dem Teller“ – das ist der wenig subtile Titel des Panels, das der Frage nachgehen soll, wie sich die EU in dieser neuen, aufgeheizten Welt positionieren soll. Dabei zeigt sich, wie sehr die Idee einer Allianz der liberalen Mittelmächte, die der kanadische Regierungschef Mark Carney im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos umrissen hatte, einen Nerv trifft. Island, die Schweiz, Norwegen mögen der EU beitreten, heißt es in Tromsø immer wieder. Eine neue Achse der „Mittelmächte“ als Schutzgemeinschaft gegen die enthemmten Supermächte – diese Perspektive erschein vielen hier naheliegend.
„In Schweden und Finnland war die militärische Neutralität auch Teil der Identität, und trotzdem sind sie der Nato beigetreten“, sagt der Grüne Robert Habeck. Schließlich sei es – die bekannten Sorgen um die Gasvorkommen und Fischereirechte hin oder her – der norwegischen Bevölkerung kaum zu vermitteln, dass fast alle EU-Entscheidungen Norwegen betreffen, ohne dass das Land dabei mitreden könne, ähnlich wie die Schweiz. Die wenigen verbleibenden liberalen Demokratien seien „doomed to fix our shit“, sagt Habeck. Denn sicher sei, dass die künftige globale Konfliktlinie zwischen liberalen und autokratischen Staaten verlaufe. „Auch wenn in den USA wieder ein Demokrat Präsident werden sollte, wird es nie wieder sein wie vorher.“
Wie sich manche hier etwas Neues vorstellen – das zeigt sich am Abend, beim Empfang der indigenen Völker Skandinaviens im nordnorwegischen Kunstmuseum, einem neobarocken Bau am Hafen von Tromsø. Es gibt ein spanisches Tapasbüfett, und auf der Bühne im Foyer steht Sandra Márjá West, das Oberhaupt des Samischen Parlaments. Sie trägt das blaue, Gákti genannte Kleid der Sami mit bunten Borten und begrüßt die Anwesenden. Diese mögen die Gastfreundschaft genießen, auch wenn die Welt sich dieser Tage „anfühlt wie ein Angst einflößender Ort“, so West. Zu „unseren Freunden in Kalaallit Nunaat“ – in Grönland – sagt sie: „Wir hören euch, wir sehen euch, wir unterstützen euch.“ Denn einmal mehr sei das Selbstbestimmungsrecht der Indigenen des hohen Nordens in Gefahr. Es drohe, so sehen es die Menschen an diesem Abend hier, eine neue Kolonisierung.
In der ersten Reihe vor der Samibühne sitzt Mary Simon, eine von Adjutanten umringte, schwer bewachte ältere Dame. Sie ist die Generalgouverneurin von Kanada, die dortige Commonwealth-Vertreterin des Königs von England. Simon wurde von Justin Trudeau als erste Inuk, erste Indigene, in dieses höchste Amt des Staats eingesetzt.
Sie ist in Kangiqsualujjuaq aufgewachsen, der nordöstlichsten Inuitsiedlung der arktischen Provinz Nunavik. Als Kind sei sie „Hundeschlitten und Kanu gefahren, meine Familie hat sich von Lachs und gesammelten Beeren“ ernährt, und manchmal habe die Großmutter im Radio Lieder aus Grönland empfangen können. „Das sind unsere Verwandten“, habe die Oma dann gesagt. „Wir sind ein Volk, und wir teilen das Los der Kolonisierung“, sagt Simon in ihrer Rede am folgenden Tag. Simon hatte als Botschafterin 1996 den Arktischen Rat mitgegründet.
Simons Besuch heute ist eine gezielte diplomatische Geste. Vor ihrer Abreise nach Tromsø erklärte Simons Büro, sie werde „das Engagement Kanadas für die Arktis hervorheben“. Ihre Visite in Tromsø, Dänemark und Grönland solle „die engen historischen und kulturellen Bindungen zwischen den Inuit in Kanada und in Grönland stärken“.
Dass jemand wie Simon heute in Kanada ein solches Amt bekleiden kann, das bestärkt hier viele in ihrer Auffassung, mit dem nordamerikanischen Land eine neue Allianz liberaler Demokratien aufbauen zu können. Die Kanadier seien „Ehrenskandinavier“, schmeichelt Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre. Kanada sei „das europäischste Land außerhalb Europas“, sagt Habeck.
Simons Biografie und ihre Betonung der Rolle der Inuit passen gut dazu, wie Europa sich mit seinen Ansprüche in der Arktis als normatives Gegenmodell zu Trumps MAGA-Ideologie positioniert: progressive, geläuterte Ex-Kolonialisten mit „Werten“. Dass etwa Norwegens Reichtum auf dem Verkauf gigantischer Mengen fossiler Brennstoffe beruht, die die Erhitzung der Arktis befeuert haben, tritt da schnell in den Hintergrund.
Tone Huse leitet das Osloer Institut für Urbane Studien. Die junge Professorin hat mit ihren Kindern in Grönland gelebt. Am Dienstagabend sitzt sie neben der Abgeordneten Larsen auf dem Podium. Die „Mehrheitsdänen und Mehrheitsnorweger“ hätten nur sehr zögerlich die eigene Rolle als Kolonialisten eingeräumt, sagt sie. „Und dann haben wir uns gleich damit entschuldigt, dass wir aber die guten Kolonialisten waren – ‚seht euch nur die Briten an!‘“ Sie schaut ins Publikum. „Wir kennen die Indigenen, mit denen wir Territorium teilen, nicht gut“, sagt sie. „Sie aber kennen uns sehr gut, denn wir haben eine aggressive Agenda der Assimilation vorangetrieben.“ Nun sei der Moment zu erkennen „dass unser Wissen begrenzt ist, demütig zu sein, zu fragen, wie wir gute Verbündete sein können“. Man dürfe nicht länger denken: „Wir wissen schon was gut für euch ist, kommt schon, was wollt ihr, ein paar Eisbrecher, Klimawissenschaftler, Investitionen? Los, sagt schon!“
Damit spricht Huse aus, was sich als Tenor durch alle Debatten in Tromsø zieht. Dekolonisierung ist als Thema allgegenwärtig. Auf der großen Bühne hakt eine amerikanische Starreporterin bei Vertreter:innen der Samen aus Schweden und der Inuit aus Kanada immer wieder nach, ob sie sich ignoriert, übergangen, missachtet fühlten. Sei es der kanadische Biologieprofessor, der in Tromsø den Wissenschaftspreis bekommt, der norwegische Ministerpräsident oder andere Redner:innen – kaum eine:r lässt das Lobpreisen der „Träger indigenen Wissens“ oder ein Eingeständnis kolonialer Schuld gegenüber den Indigenen des Nordens aus. Und vor allem die Jüngeren im Publikum nicken dabei stets demonstrativ mit.
Es scheint, als hätten Trumps Aggressionen die Welt hier etwas woker gemacht.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen