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Afrika trauert um Jesse Jackson„Er war einer von uns“

Die Präsidenten Südafrikas und der DR Kongo sprechen bei der Trauerfeier für den US-Bürgerrechtler. Sie schlagen einen Bogen zu Afrikas Freiheitskampf.

Cyril Ramaphosa spricht bei der Trauerfeier für Jesse Jackson in Chicago, 7. März Foto: Jim Vondruska/reuters

Aus Chicago

Will Cooper

Seltenen Beifall hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Wochenende in Afrika erhalten – für seinen Auftritt in den USA am Freitag bei der Trauerfeier für den Bürger- und Menschenrechtsaktivisten Jesse Jackson in Chicago. Ramaphosa hielt eine bewegende Trauerrede für den am 17. Februar im Alter von 84 Jahren verstorbenen US-Schwarzenführer und bezeichnete ihn als „einen von uns“.

„Er gehört zu uns, weil wir zu ihm gehörten“, sagte Ramaphosa und betonte Jacksons Unterstützung für den Freiheitskampf gegen die Apartheid in Südafrika, die er einst in die Worte fasste: „Ihr Schmerz ist mein Schmerz, ihre Ketten sind meine Ketten, ihr Kampf für Freiheit ist mein Kampf.“ Der Südafrikaner sagte, sei nach Chicago gekommen, „um von Jesse Jackons Geist etwas mit nach Hause zu nehmen“, nämlich: „Die Hoffnung, die er nährte; der Mut, den er inspirierte; und die Solidarität, die er unserem Volk zeigte – das darf jetzt nicht enden“. Er schloss mit den Worten, an den Toten gerichtet, dass Martin Luther King, Nelson Mandela und viele andere „auf dich gewartet haben, um dich zu sich zu nehmen“.

Das Gefühl, dass die Bürgerrechtsbewegung in den USA und die Freiheitsbewegungen in Afrika eine gemeinsame Geschichte teilen, „von Selma bis Soweto“ in Ramaphosas Worten, war wichtig nicht nur für Südafrikas Präsident Ramaphosa, sondern auch für seinen kongolesischen Amtskollege Félix Tshisekedi, dessen verstorbener Vater Étienne Tshisekedi – ein Vorkämpfer für Demokratie in der Demokratischen Republik Kongo – Jackson gekannt hatte. Jackson, „ein Sohn Afrikas“, habe die Welt an eine „einfache, immer wieder bedrohte Wahrheit“ erinnert, sagte Tshisekedi in seiner Rede: „Die Menschenwürde ist unantastbar. Sie ist kein Verhandlungsobjekt.“

Auch aus den USA war viel Politprominenz da, und die Expräsidenten Bill Clinton, Barack Obama und Joe Biden hielten Reden.

„Als ob der Kreis sich schließt“

In sozialen Medien gab es für Ramaphosa viel Lob. „Stolz, heute ein Südafrikaner zu sein“, schrieben viele, und ein US-amerikanischer Veteran der Proteste gegen die Apartheid, merkte an: „Dies fühlt sich an, als ob der Kreis sich schließt.“ Ramaphosas letzter Besuch in den USA war im Mai 2025 sehr anders verlaufen – er musste sich von Präsident Donald Trump im Weißen Haus absurde Vorwürfe anhören.

Jackson trat zeitlebens lautstark und unermüdlich für Rassengleichheit, soziale Gerechtigkeit und ökonomische Gleichstellung ein, in den USA, in Südafrika und darüber hinaus. Seine Kampagnen gegen Unterdrückung erzeugten globales Bewusstsein über die Apartheid in Südafrika und stärkten Befreiungsbewegungen im gesamten südlichen Afrika. Jacksons Erbe ist somit Teil des Erbes der Freiheitskämpfe in Afrika.

Nach seinem Besuch in Chicago ist Ramaphosa nach Brasilien weitergereist. Der dortige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat ihn zum Staatsbesuch eingeladen.

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