Abrechnung mit Großbritannien: Ein ganzes Königreich ist krank

Der britische Schriftsteller John Burnside wird Ende April mit Verdacht auf Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert. Das öffnet ihm die Augen.

Arzt mit Stethoskop in England

John Burnside wurden im Krankenhaus die Augen geöffnet Foto: Hannah McKay

In der Walpurgisnacht Ende April wurde ich mit Atemproblemen und trockenem Husten in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Symptome wiesen – auch weil ich in einem wirren Geisteszustand war – auf eine Covid-19-Infektion hin. Ich war schon seit einer Weile in Selbstisolation und dachte, ich müsse mich nur ausruhen und genug Flüssigkeit zu mir nehmen, dann würde sich mein Zustand bessern. Ich ignorierte eindeutige Warnsignale und brach zusammen. Alles, was ich von dieser Situation noch weiß, ist, dass ich halluzinierte, als der Krankenwagen kam.

Elegante schwarze Fledermäuse kreisten um die Bahre, als ich durch einen verlassenen Krankenhauskorridor in den Bereich für die Coronafälle geschoben wurde, die sie „Rote Zone“ nannten. Dort sollte ich die kommende Woche verbringen. Die Sanitäter waren mit Masken, Visieren und Schutzkleidung ausgestattet und sahen aus, als seien sie direkt William S. Burroughs’ Roman „The Naked Lunch“ entstiegen. Immer wenn ich mich bewegte, hörte ich schräge, schauerliche Musik, als ob irgendwo außerhalb meines Sichtfelds ein imaginärer Chor eine Totenmesse sänge.

Niemand schenkt der Walpurgisnacht heute größere Beachtung. In Goethes „Faust“ wird sie als „wahres Hexenelement“ beschrieben, als Nacht, in der ein wilder Haufen von Hexen und Monstern im Harz zu einem dämonischen Festival zusammenkommt. Diese Vorstellung ist eine christliche Abwandlung des keltischen Beltanefeuers, bei dem sich ganze Gemeinschaften zu Reinigungsritualen nach einem langen, von Krankheiten beherrschten Winter treffen.

Als ich ins Krankenhaus kam, war mir dieser Zusammenhang nicht bewusst. Ich war gar nicht in dem Zustand, um mir über das Datum Gedanken zu machen. Aber später, als die akute Notfallbehandlung vorbei war, schien mir diese Koinzidenz gut zu passen.

Eine Art Neumittelalter

Denn über die vergangenen Monate ist mein Heimatland in eine Art Neumittelalter verfallen, in dem Aberglaube und eine herzlose Orthodoxie gesiegt haben – auf der Grundlage von Anspruchsdenken, Zynismus und vorsätzlicher Ignoranz. Aufgeklärtes Denken dagegen wird verachtet; wissenschaftliche Methoden werden belacht und verleugnet, wichtige Warnungen ignoriert.

Die Beziehung zu unseren europäischen Nachbarn wurde von Leuten beschädigt, die man als wütenden Mob bezeichnen könnte, getrieben von Ausländerfeindlichkeit, zum Teil von dem Mann, der nun unser Premierminister ist. Auch Großbritannien ist seit längerer Zeit krank, so wie ich es war. Ohne zu wissen, wie krank.

Die Nachricht, die vielleicht am besten zeigt, wie abgehoben unsere Herrschenden sind, ist die der jüngsten Eskapaden von Dominic Cummings, dem „Architekten des Brexit“ und heutigen Chefberater Boris Johnsons. Cummings, der Urheber jener Regeln, die darüber bestimmen, wie der Lockdown während der Pandemie eingehalten werden soll, missachtete die Regeln selbst, als er über 430 Kilometer zu seiner Familie nach Durham fuhr, obwohl er und seine Frau Covid-19-Symptome gezeigt hatten.

Während des Besuchs machte er mit seiner Frau noch einen Ausflug an einen schönen Aussichtspunkt in der Gegend, bevor er nach London zurückkehrte. Stand heute darf Cummings in der Downing Street bleiben, er wurde nicht einmal vom Premierminister gemaßregelt. Es sind schon Leute wegen weniger bestraft oder entlassen worden.

Tatsächlich wurde die einzige Rüge in dieser Angelegenheit gegenüber einer hoch angesehenen Journalistin ausgesprochen. So rügte die BBC ihre Moderatorin Emily Maitlis, die die Kühnheit hatte, darauf zu beharren, dass Cummings mit seinem Verhalten „die Regeln gebrochen“ habe – und dass die Leute deshalb wütend seien.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Dabei waren Maitlis’ Worte eine gemäßigte Einschätzung der Lage. Viele, darunter auch einige Tory-Abgeordnete, kritisierten Cummings schärfer. Sogar ein paar Geistliche der Kirche von England wie John Inge, Bischof von Worcester, kritisierten nicht nur Cummings Verhalten, sondern auch seine rücksichtslose Haltung. Dafür erhielten sie, unvermeidlicherweise, Morddrohungen.

Während meines Krankenhausaufenthalts habe ich mich trotz des ominösen Datums keinen reinigenden Feuerritualen unterzogen (es stellte sich heraus, dass ich kein Covid-19-Fall war, aber an Herzversagen litt, nachdem ich meine Gesundheit monatelang vernachlässigt hatte). Alles, was die Ärzte tun konnten, war meine heftig infizierte Lunge zu behandeln, mich mit Sauerstoff zu versorgen und das Beste zu hoffen. Weil ich die Tür zur Roten Zone aber bereits durchschritten hatte, musste ich auch isoliert werden.

Nie zuvor war ich wirklich isoliert

Nun ist es so: Eigentlich mag ich es, allein zu sein. Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte ich es wahrscheinlich begrüßt, eine Zeit lang in mönchartiger Abgeschiedenheit zu leben. Jetzt war es anders. Als ich allein in meinem Bett lag, verkabelt mit verschiedenen Monitoren und Tröpfen und durch eine Maschine atmend, fiel mir auf: Ich mag schon oft in meinem Leben allein gewesen sein, aber ich war nie zuvor isoliert.

Wenn einer der Monitore aufleuchtete, kam eine Krankenpflegerin, um nach mir zu sehen; wenn ich mich unwohl fühlte oder durstig war oder wenn mir kalt war, kam jemand, und innerhalb weniger Momente verbesserte sich meine Lage. Ich konnte die Gesichter der Pflegerinnen nicht sehen, manchmal konnte ich nicht einmal ihre Worte verstehen, aber ich war emotional überwältigt von ihrer Geduld, ihrer unermüdlich guten Stimmung.

Natürlich schätzte ich es, dass sie professionell arbeiteten, dass sie die Standardabläufe so gut beherrschten – und in gewisser Weise war genau das der Punkt. Keiner dieser Leute, Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, Assistentinnen und Assistenten, Pförtnerinnen und Pförtner, dachte, dass die Regeln für sie nicht gelten würden oder dass ich als DNR-Patient („Do not resuscitate“-Patient, ein „Nicht-wiederbeleben-Patient“, als der Burnside eingestuft wurde, Anm. d. Red.) weniger wichtig wäre als jeder andere Patient. „We were all in this together“ lautet ein weitverbreiteter Spruch – ich fühlte mich also nie richtig isoliert.

Covid-19 wurde erst ernst genommen, als Johnson selbst erkrankt war

Was isoliert eigentlich bedeutet, wurde mir bewusst, als ich wieder nach Hause kam und die Berichterstattung über die Cummings-Affäre verfolgte – ein Skandal, der eindeutig zeigte, wie irre isoliert die oberen Schichten der britischen Gesellschaft sind. Boris Johnson, der im Vorfeld des Referendums 2016 Wählerinnen und Wähler belogen hat, will derzeit mitsamt seinen Kumpanen von der schieren Katastrophe des eingeschlagenen Covid-19-Sonderwegs ablenken, die dazu führte, dass Großbritannien, nach Trumps USA, die zweithöchste Anzahl an Coronavirus-Todesfällen weltweit aufweist (mehr als 39.000 zu Beginn dieser Woche).

Es ist zu früh für eine Aufarbeitung dieser Politik, aber eines ist klar: Genau wie in den USA haben ein Mangel an Vorbereitung, die Diskriminierung der unteren sozialen Schichten, verschlimmert noch durch Rassismus, und das Missmanagement der Regierung dazu geführt, dass Westminster den Schutz seiner schwächsten Bürgerinnen und Bürger nicht gewährleisten konnte. Wie Trump haben auch wir spät reagiert, und als wir reagiert haben, ließen wir zynischerweise die Experten außen vor.

In der Tat glauben viele Menschen in diesem Land daran, dass die Regierung Covid-19 erst von dem Zeitpunkt an ernst genommen hat, als Boris Johnson selbst erkrankte und sich auf der Intensivstation wiederfand.

Ganz sicher hat die gesellschaftliche Klasse eine wichtige Rolle gespielt, wenn es um die Haltung zu Corona ging, wie die Journalistin Emily Maitlis in der Sendung herausstellte, für die sie gerügt worden war: „Die Krankheit ist kein großer Gleichmacher, an ihr leidet nicht jeder – ob arm oder reich – in gleichem Maße“, sagte sie. „Das ist ein Mythos, den es zu entlarven gilt.

Bei denen, die jetzt an vorderster Front arbeiten – Busfahrer und Regalbefüller, Krankenpflegerinnen, mobile Pflegekräfte, das Krankenhauspersonal und Ladenbetreiber –, handelt es sich um die am schlechtesten bezahlten Arbeitskräfte überhaupt. Es ist wahrscheinlicher, dass sie sich anstecken, weil sie mehr Risiken ausgesetzt sind.“

Wenn ich heute zurückschaue, staune ich immer noch bei dem Gedanken, dass meine eigene kleine Walpurgisnacht mich fast getötet hätte, aber ich kann deutlich sehen, dass mein Weg in die Rote Zone gepflastert war von bewusst übersehenen Warnschildern, Umwegen und von Wunschdenken.

Es mag kokett erscheinen, von meiner persönlichen Krise auf das ganze Land zu schließen, aber die Parallelen gibt es zweifelsohne. Wie ich war auch die Regierung ein Opfer von Trägheit und Verleugnung; wie ich steuerte sie in einen fast tödlichen Sturm. Während ich aber heute meine eigene Dummheit bereue, beharren unsere Herrschenden auf ihrer Auffassung von Privilegien und Anspruchsdenken, sie sind zu isoliert in ihrer Abgehobenheit, als dass sie irgendetwas unternehmen würden, um öffentliches Vertrauen wiederherzustellen.

Aber so, wie sich diese Farce entwickelt, hege ich allmählich die zarte Hoffnung, dass auch die Briten – ähnlich wie das katastrophale Trump-Regime vielen Leuten die eklatanten Seiten des American Dream aufgezeigt hat – zu begreifen beginnen, wie schlecht wir dastehen, mit dieser pöbelnden, selbstgefälligen Regierungsclique, die aus mächtigen und inkompetenten Millionären besteht, alten Eton-Absolventen und PR-Strategen.

Die Macher des Brexit

Sie waren die Macher des Brexit, und sie sind jetzt dabei, die (relative) Pressefreiheit zu beschädigen und das, was von der Zivilgesellschaft geblieben ist. Errungenschaften, die schon seit der Thatcher-Ära im Belagerungszustand sind.

Was klar ist: Wir brauchen eine nationale Walpurgisnacht, einen Reinigungsprozess, in dem lange unterdrückte Kräfte wiedererweckt werden. Die Covid-19-Pandemie ist auf keinen Fall vorbei. Aber wenn wir uns auf eine Zeit danach vorbereiten, so sollten wir, die unterwürfigsten Elemente der kapitalistischen Gesellschaft, am Ende eine Politik einfordern, die auf geteiltem Risiko, den Bedürfnissen der Gemeinschaft und auf gegenseitigem Respekt basiert.

Aus dem Englischen übersetzt von Jens Uthoff.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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