25.000 bei Anti-Erdogan-Demo in Köln: Scharmützel mit der Polizei
In Köln demonstrierten am Samstag etwa 25.000 Alewiten und Kurden gegen Erdogan. Außerhalb des Geländes kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Foto: dpa
dpa | Etwa 25.000 Alewiten und Kurden haben am Samstag in Köln gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Außerhalb des Kundgebungsgeländes kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Ein Mann, der zu einer Gruppe von etwa 120 Kurden gehörte, hatte einen Feuerwerkskörper gezündet. Als er daraufhin von Polizisten angesprochen worden sei, sei er zusammen mit anderen auf die Beamten losgegangen, berichtete ein Polizeisprecher. Eine Polizistin wurde dabei an der Hand verletzt, es wurden Flaschen und Steine geworfen.
Eine zweite Gruppe von Kurden versuchte daraufhin offenbar, der ersten zu Hilfe zu kommen. Die Polizei setzte Schlagstock und Pfefferspray ein, um sie zurückzuhalten. Auch eine Reiterstaffel und ein Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht, aber nicht eingesetzt.
Anschließend nahm die Polizei die Personalen der Beteiligten auf. Der Mann, der den Feuerwerkskörper geworfen hatte, wurde in Gewahrsam genommen. Eine Handvoll Kurden bekam Anzeigen wegen des Zeigens verbotener politischer Symbole. Viele Demonstranten schwenkten Fahnen mit dem Bild des Führers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan. Diese Fahnen sind nach Polizei-Angaben aber erlaubt.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert