140 Tage Hungerstreik : Wem gehört Athen?
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Aristos Chantzis riskierte sein Leben – für den Erhalt des autonomen Wohnprojekts Prosfygika. Ist in Griechenland noch Platz für alternative Lebenskonzepte?
Seit Anfang Februar befand sich der griechische Aktivist Aristotelis „Aristos“ Chantzis im Hungerstreik, nahm nur Wasser, Tee, Vitamine, Mineralstoffe und etwas Zucker zu sich. Inzwischen wiegt er nur noch 35 Kilogramm. Am Montag wurde er in kritischem Zustand in Athen in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwochabend wurde bekanntgegeben, dass der Hungerstreik beendet sei.
Chantzis protestiert gegen die Räumung eines autonomen Wohnprojekts in der griechischen Hauptstadt: der Prosfygika, der „Flüchtlingsbauten“. In dem Ensemble im Bauhausstil lebten einst Vertriebene aus dem griechisch-türkischen Krieg (1919–1922). Heute wird die Anlage von rund 400 ehemaligen Wohnungslosen, Migrant:innen und politischen Aktivist:innen verwaltet.
Aktuell will die konservativ geführte Regionalverwaltung Attika den Komplex räumen und attraktiv „neu gestalten“. Offiziell sollen dort Sozialwohnungen entstehen. Die Aktivist:innen vermuten jedoch, dass das Grundstück in bester Lage gewinnbringend verkauft werden soll.
Immer mehr ausländische Investoren blicken heute auf Athen. Gentrifizierung und Tourismus treiben die Immobilienpreise in der einst krisengebeutelten Metropole in die Höhe und verschärfen die Wohnungsnot in Griechenlands Hauptstadt, während langjährige Bewohner:innen immer stärker unter Druck geraten.
Wem gehört Athen nach der Schuldenkrise? Ist Prosfygika ein Relikt vergangener Kämpfe oder doch ein Modell für die Zukunft? Über diese Fragen sprechen in der aktuellen Folge der Fernverbindung taz-Auslandsredakteur Fabian Schroer und Griechenlandkorrespondent Ferry Batzoglou.
Diese Folge wurde aufgezeichnet am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 11 Uhr MEZ. Am Mittwochabend gab die Gemeinschaft der Prosfygika bekannt, dass der Streik im Einvernehmen mit den beiden Hungerstreikenden beendet werde. Der Kampf gehe mit anderen Mitteln weiter. Kurz zuvor hatte der Stadtrat von Athen dafür gestimmt, dass ein Dialog zwischen der Regionalverwaltung und der Gemeinschaft eingeleitet wird. Das geschah nach unserer Aufnahme, daher kommen diese Informationen im Podcast nicht vor.
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