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+++ Nachrichten zum Irankrieg +++Iran greift Israel an, Israel greift Libanon an

Neue Angriffswelle im Irankrieg. USA melden Zerstörung iranischer Schiffe. Ölpreis steigt weiter. Iranische Fußballerinnen verlassen Australien.

Zentral getroffen: Rettungskräfte an einem Wohnhaus in Beirut nach einem israelischen Angriff am Mittwoch Foto: Emilie Madi/reuters

Neue iranische Angriffswelle auf Israel und Golfstaaten – Israelische Angriffe auf Libanon

afp | Die iranischen Streitkräfte haben erneut Ziele in Israel und mehreren Golfstaaten angegriffen. Die jüngste Angriffswelle sei die bisher „intensivste und schwerste“ gewesen, berichtete der iranische Staatssender Irib am Mittwoch unter Berufung auf die iranischen Revolutionsgarden. Mehrere Golfstaaten meldeten Raketen- und Drohnenangriffe. Die US-Armee zerstörte US-Präsident Donald Trump zufolge mehrere iranische Minenleger-Schiffe. Die israelische Armee griff derweil Ziele im Libanon an.

Die iranischen Streitkräfte zielten Staatsmedien zufolge auf Tel Aviv, Jerusalem und Haifa im Norden Israels sowie „zahlreiche US-Ziele in Erbil“ im Norden des Irak, den Marinestützpunkt der fünften US-Flotte in Bahrain und den US-Armeestützpunkt Arifdschan südlich von Kuwait-Stadt. Der Raketenangriff habe drei Stunden gedauert. Der israelische Rettungsdienst erklärte, seine Einsatzkräfte würden „eine kleine Anzahl von Menschen behandeln, die auf dem Weg in geschützte Bereiche verletzt wurden“. Der israelische Sender Channel 12 berichtete von mehreren Verletzten nahe Tel Aviv.

Mehrere Golfstaaten meldeten Raketen- und Drohnenangriffe. Die saudi-arabische Armee fing nach Angaben aus Riad sieben ballistische Raketen über dem saudi-arabischen Territorium ab. Zudem seien sieben Drohnen abgefangen worden, die auf dem Weg zu dem Ölfeld Schaybah im Südosten des Landes gewesen sein. Acht weitere Drohnen seien im Osten des Landes abgefangen worden.

Kuwait gab bekannt, insgesamt acht Drohnen abgefangen zu haben, ohne weitere Details zu nennen. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten derweil neue Raketen- und Drohnenangriffe aus Iran. In der katarischen Hauptstadt Doha waren mehrere laute Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Sicherheitsbedrohung sei groß, erklärte das katarische Innenministerium im Onlinedienst X und rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben.

Israels Militär greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an

dpa/ap | Die israelischen Streitkräfte haben erneut Stellungen der Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Ziel der Attacken sei die Infrastruktur der proiranischen Islamisten in den als Dahija bekannten Vororten im Süden der Hauptstadt Beirut, teilte das Militär mit. Der Bezirk gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah.

Bei einem israelischen Angriff im Libanon ist libanesischen Angaben zufolge ein Mitglied des Roten Kreuzes getötet worden. Der Mann erlag seinen Verletzungen in der Nacht auf Mittwoch, zwei Tage nach dem Angriff auf sein Team, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Es ist das erste Mal, dass ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet wurde, seit der Konflikt zwischen der militant-islamistischen Hisbollah und Israel am 2. März wieder aufflammte.

US-Armee meldet Zerstörung von iranischen Minenlegern

afp | Die US-Armee zerstörte derweil nach Angaben Trumps mehrere iranische Minenleger-Schiffe. „Zehn inaktive Minenleger-Schiffe“ seien zerstört worden, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Später erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom im Onlinedienst X, die Zahl der zerstörten Schiffe nahe der für die weltweite Schifffahrt bedeutsamen Straße von Hormus sei auf 16 gestiegen.

Trump hatte Iran zuvor davor gewarnt, die Straße von Hormus zu verminen.

Ölpreis steigt weiter

afp/rtr | Vor dem Hintergrund des Irankrieges stieg auch der Ölpreis weiter an. An der Chicagoer Börse legte der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI um 5 Prozent auf 87,65 Dollar (75,49 Euro) zu.

Der ‌Preis für Rohöl der Sorte Brent dürfte der US-Energiebehörde EIA zufolge wegen des Irankriegs in den kommenden zwei Monaten auf über 95 Dollar pro Barrel steigen. Danach werde sich die Lage jedoch entspannen und der Preis bis Jahresende auf rund 70 Dollar fallen, teilte die Behörde am ‌Dienstag in ihrem Monatsbericht mit.

Eine Gruppe von 21 EU-Staats- und Regierungschefs hat am Dienstag die hohen Energiepreise als vordringliches Problem benannt, das auf dem kommenden EU-Gipfel gelöst werden müsse. ‌

Tränen und Angst: Irans Fußballerinnen verlassen Australien

dpa | Einige weinten, andere umarmten sich lange, bevor sie ihre Plätze im Flugzeug einnahmen: Die Abreise der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft aus Australien verlief Augenzeugen zufolge äußerst emotional. Für viele Spielerinnen dürfte damit die Chance auf Asyl in Down Under endgültig vorbei sein. Sieben Teammitglieder hatten sich zuvor entschieden, das Angebot der australischen Regierung auf humanitäre Visa anzunehmen – eine der Frauen änderte aber in letzter Minute noch ihre Meinung.

Journalisten der Zeitung Sydney Morning Herald, die den Nachtflug von Sydney nach Kuala Lumpur begleiteten, berichteten von dramatischen Szenen. Kurz vor dem Boarding hätten mehrere Spielerinnen Tränen in den Augen gehabt. Eine Frau habe noch ein letztes Telefonat mit ihrer Familie geführt, um zu entscheiden, ob sie zu den Teamkolleginnen gehören wollte, die in Australien bleiben. Am Ende stieg sie dennoch in das Flugzeug.

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