: +++ IMMER NOCH KEINE PAYWALL BEI DER TAZ +++
Während immer mehr Artikel hinter Bezahlschranken verschwinden,setzt die taz weiter auf Freiwilligkeit.Wie läuft’s beim Solidarmodell?Und wie bleibt es erhalten?
Von Ann-Kathrin Liedtke
Gelebte Utopie – das ist taz zahl ich. Alle Inhalte, Texte, Videos und Podcasts auf taz.de sind frei zugänglich; eine Paywall wie bei anderen Medien gibt es nicht. Ein Plan, der vielen damals undurchführbar erschien, aber heute eine Idee mit überaus realer Grundlage ist: Mehr als 48.000 Menschen zahlen regelmäßig einen freiwilligen Beitrag, damit alle unsere Inhalte lesen können, auch die, sich kein Abo leisten können.
Dass das Modell heute so erfolgreich ist, haben wir damals, 2011, kaum zu hoffen gewagt. Das Jahr, in dem die New York Times die Paywall hochzog, war für die taz das Jahr des Gegenentwurfs. Freiwilligkeit statt Zwang. 15 Jahre später haben uns die meisten anderen Medien auf dem Weg der freien Zugänglichkeit verlassen – und verschärfen damit die Situation. Gerade in Zeiten wie diesen. „Super, dass die TAZ eine faire Einzelzahlung ermöglicht!“, schreibt uns dazu ein User auf X. „Nur so ist Information außerhalb der eigenen Blase möglich.“
Während sich eine Krise an die andere reiht und rechte Parteien auf der ganzen Welt immer mehr Zuspruch erhalten, ist es besonders wichtig, das unabhängiger Journalismus für alle zugänglich ist. Nur so kann sich jede:r eine Meinung bilden und informiert an politischen Entscheidungsprozessen teilnehmen.
Dass das auch andere unterstützenswert finden, hat das vergangene Jahr erneut bewiesen. 2024 folgte ein Meilenstein auf den nächsten: Jeden Monat stiegen die Einnahmen bei taz zahl ich aus regelmäßigen und einmaligen Zahlungen weiter an; rund 10.000 Menschen entschieden sich für eine freiwillige Unterstützung. Die Community der Freizahlenden wuchs erst auf 40.000, dann 45.000 an – und steht nun vor der magischen 50.000.
Eine Zahl, die wahnsinnig beeindruckend ist. Gleichzeitig setzen wir mit der Idee der Freiwilligkeit darauf, dass sie von vielen getragen wird. Ein Mitglied der taz zahl ich-Community zahlt im Schnitt 6,44 Euro im Monat. Ein klassisches Abo bei der taz – zum Beispiel das der digitalen Ausgabe – kostet 22,40 Euro im ermäßigten Preis. So kommen drei taz zahl ich-Mitglieder auf ein Digi-Abo.
Doch wir wissen vor allem dank unserer Community: das funktioniert. Auch deshalb, weil taz zahl ich mehr ist als nur ein originelles Onlinebezahlsystem. Es verbindet Menschen, die dieselbe Auffassung von Solidarität teilen, denen die Stimme der taz wichtig ist und die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Vielleicht ist unsere Idee nicht ohne Risiko. Aber sie zeigt, dass die Finanzierung von Journalismus auch anders funktionieren kann: Nicht über Ausschluss, sondern Zugänglichkeit. Was einst als unmöglich galt, ist heute gelebte Realität – und bleibt damit genau das, was die taz immer sein wollte: Eine Utopie, die von vielen möglich gemacht wird.
Gemeinsam Zugänge für alle schaffen: taz.de/tzi
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Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen