Schüsse aus Auto in Frankreich: Ein Toter, vier Verletzte
Ein Mann in einem Auto hat in Gemeinden bei Paris auf offener Straße mehrere Schüsse abgefeuert. Es soll mindestens einen Toten und vier Verletzte geben.
Foto: Stephanie Lecocq/reuters
dpa/afp | Ein Mann in einem Auto hat in Gemeinden bei Paris auf offener Straße mehrere Schüsse abgefeuert. Es gebe mindestens einen Toten und vier Verletzte, teilte die französische Nationalpolizei mit. Der Mann aus dem Wagen sei festgenommen worden.
Nach dem Schusswaffenvorfall auf offener Straße hat die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie habe ein Ermittlungsverfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ eingeleitet, teilte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Tat sei zudem „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.
Die Ermittlungen betreffen außerdem den Tatbestand des „Besitzes einer Waffe der Kategorie A“, zu der insbesondere automatische Waffen gehören, die Salven abgeben, sowie der „Beteiligung an einer terroristischen kriminellen Vereinigung mit dem Ziel der Vorbereitung von Verbrechen gegen Menschen“. Auch der französische Innenminister Laurent Nuñez gab an, dass der Verdächtige mit einer automatischen Waffe geschossen habe.
Den Angaben zufolge eröffnete der Mann am Vormittag in Trappes westlich von Paris und im nahegelegenen La Verrière das Feuer. Vier Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt, wie aus Polizeikreisen verlautete. Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, sagte, ein zwölfjähriges Kind sei in La Verrière „schwer verletzt“ worden. Der Schütze wurde nach Angaben aus Polizeikreisen kurz danach im nahegelegenen Coignières festgenommen. Nach Angaben der örtlichen Behörden kann sich die Opferzahl noch ändern.
Laut Nuñez schoss der Verdächtige an drei verschiedenen Orten aus dem Wagen heraus. Dem Sender BFMTV sagte Bürgermeister Rabeh, der Mann habe offensichtlich wahllos geschossen und ein „Blutbad“ anrichten wollen. Das Todesopfer sei „afrikanischer Herkunft“, ein Verletzter in Lebensgefahr sei zudem „maghrebinischer Herkunft“. Die Stadt wollte eine psychologische Betreuungsstelle einrichten.
Präsident Emmanuel Macron zeigte sich auf der Plattform X tief erschüttert wegen der Attacke und sprach den Sicherheitskräften seine Anerkennung aus. Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete den Fall als sehr ernst. Alle Ressourcen der Sicherheitskräfte und der Justiz seien in vollem Umfang mobilisiert, erklärte er im Onlinedienst X.
Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende war es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.
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