Spiel „Trading Card Shop Simulator“: Deo für die Nerds
Im „Trading Card Shop Simulator“ verkauft man Sammelkarten. Bis man den Fehler macht und selbst zur Ware greift – beziehungsweise zum Hausverbot.
Als Jugendlicher ging ich nie ohne Feinwaage aus dem Haus. Weed interessierte mich nicht, ich wollte Pokémonkarten.
Die gibt’s für ein paar Euro zufällig abgemischt in kleinen Packungen, sogenannten Booster-Packs. Damit meine Freunde und ich unser Taschengeld nicht für wertlose Karten verprassten, sollte die Waage helfen: Booster-Packs, die eine seltene holografische Karte enthalten, waren angeblich um ein paar Milligramm schwerer.
Und ja, wir zogen daraufhin sogar ein paar seltene Karten, erhielten in den Läden dann aber Hausverbot. Im „Trading Card Shop Simulator“ („TCSS“) drehe ich nun den Spieß um.
„Trading Card Shop Simulator“
„Trading Card Shop Simulator“, PC, Playstation, Xbox und Switch
In dem Spiel befülle ich ein Geschäft mit geschmacklosen Tischen, Stühlen und Vitrinen, Regale preisen die heiße Ware: Booster-Packs. Die sind im Spiel aus lizenzrechtlichen Gründen mit fiktiven Monstern bedruckt. Das macht aber nichts, weil Fans bereits Programme entwickelt haben, mit denen ich sie in Pokémonkarten umwandle.
Der Schweißgeruch der Nerds
Ich locke die männliche Kundschaft mit Sonderangeboten in meinen Shop und verkaufe ihnen dann überteuerte Karten. Deodorants vertreiben den Schweißgeruch der Nerds, die ich nun am Haken habe.
Leider verstieß ich gegen die wichtigste Dealer-Regel und vergriff mich an meiner eigenen Ware. Eigentlich sollte ich die Booster-Packs verkaufen, um die Geschäfte zu finanzieren. Stattdessen öffnete ich alle Päckchen und verkaufte Seltenes an andere Sammler.
Das lohnt sich auch in echt, der feuerspeiende Drache Glurak etwa ist auf Ebay mehr als 138.000 Euro wert. Der „TCSS“ ist toll, weil er diesen Moment des Päckchenöffnens zelebriert, meinen Sammeltrieb befriedigt und ich viel Geld spare. Ich frage mich, ob es bald auch eine Feinwaage im Spiel gibt. Damit mir niemand meine seltenen Karten wegnimmt, klingt Hausverbot nach einer sehr guten Idee.
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