Feministische Bewegung in Kolumbien : Was können wir von Kolumbiens Feminist*innen lernen?
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Feministinnen erringen Rechte, doch Gewalt bleibt Teil des Alltag vieler Kolumbianer*innen. Wie progressiv ist Kolumbien wirklich?
Kolumbien gilt heute als eines der progressivsten Länder Lateinamerikas: 2022 entschied das Verfassungsgericht, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur 24. Woche straffrei sind, ein historischer Erfolg der feministischen Bewegung. Getragen wurde dieser Wandel vom Bündnis „Causa Justa“, in dem sich über 100 Organisationen zusammengeschlossen haben. Ihr Symbol: das grüne Halstuch der „marea verde“, inspiriert von den Feminist*innen in Argentinien.
Doch Gesetze verändern nicht automatisch die gesellschaftliche Realität. Jedes Jahr werden in Kolumbien Hunderte Femizide gezählt. Trans Personen sind besonders häufig von Gewalt betroffen. In ländlichen Regionen erschweren Armut, Rassismus und bewaffnete Gruppen den Zugang zu medizinischer Versorgung, auch zu legalen Schwangerschaftsabbrüchen. Afrokolumbianische und indigene Aktivistinnen kritisieren, dass Diskriminierung im Gesundheitssystem weiterhin zum Alltag gehört.
Zugleich ist Kolumbien geprägt von einem jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt. Über 35.000 Menschen wurden im Bürgerkrieg Opfer sexualisierter Gewalt, denn geschlechtsspezifische Gewalt wird systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Wie progressiv ist Kolumbien also wirklich? Wie passt eines der liberalsten Abtreibungsgesetze weltweit mit einer brutalen Realität zusammen? Wie intersektional ist der feministische Kampf?
Darüber spricht taz-Auslandsredakteurin Anastasia Zejneli mit Korrespondentin Katharina Wojczenko, die für die taz aus Kolumbiens Hauptstadt Bogotá berichtet. Sie diskutieren über die Sichtbarkeit der grünen Welle, über politische Machtkämpfe vor den Wahlen Anfang März und darüber, ob feministische Errungenschaften dauerhaft gesichert sind.
Diese Folge wurde aufgezeichnet am 3. März 2026 um 16 Uhr Mitteleuropäischer Zeit.
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