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Gorillas streiken selbstbestimmt

Eine dreiteilige digitale Veranstaltungsreihe liefert ab Donnerstag das theoretische Rüstzeug dafür

Von Peter Nowak

Vor einigen Monaten haben die Beschäftigten des Lieferdienstes Gorillas mit ihren unkonventionellen Arbeitskampfmethoden für Schlagzeilen gesorgt. Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden. Doch die Kampfbereitschaft bei den Riders, wie die Beschäftigten der Lieferdienste gewannt werden, bereiten sich auf neue Kämpfe für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen vor – auch theoretisch.

„Irrelevant! Illegal! Streik“, so heißt eine dreiteilige digitale Veranstaltungsreihe, auf der die Beschäftigten und ihre UnterstützerInnen mit Arbeits- und SozialwissenschafterInnen diskutieren. Organisiert wird sie von kritischen WissenschaftlerInnen der Berliner Humboldt-Universität und der Frankfurter Viadrina-Universität.

Schon am heutigen Donnerstag referiert Wolfgang Däubler über „Wilde Streiks und kollektive Zurückhaltung“. Der Arbeitsrechtler kritisiert die deutsche Rechtsprechung, die Streiks nur als rechtmäßig erklärt, wenn sie von einer Gewerkschaft ausgerufen werden, als unvereinbar mit dem EU-Recht. Däubler sieht es als ein großes Verdienst der EssenlieferantInnen, mit ihren Arbeitskämpfen den selbstorganisierten Streik wieder auf die Tagesordnung gesetzt zu haben.

Am nächsten Montag (24. Januar) geben ab 14 Uhr die Wissenschaftlerinnen Eva Kocher und Theresa Tschenker eine Einführung in die Diskussion der feministischen Streiks, bei denen unbezahlte Arbeit von Frauen und Queers im Mittelpunkt steht.

Bei der Abschlussdiskussion am 25. Januar diskutieren Tschenker, Kocher und Däubler über Möglichkeiten, wie sich die Beteiligten bei verschiedenen Arbeitskämpfen besser unterstützen können. Alle Veranstaltungen werden unter kutt.it/streik2022 online gestellt.

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