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: Auch Sony und Amazon bleiben Handymesse fern

Die Firmen begründen ihre Absage am wichtigen Branchentreffen mit dem Coronavirus.
Somit droht der Mobile World Congress in Barcelona zu einer Geisterveranstaltung zu werden

Das Neue

Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona muss wegen des neuartigen Coronavirus auf weitere prominente Teilnehmer verzichten. Die Branchenschau, die als eine der weltweit wichtigsten Messen für die Mobilfunkindustrie gilt, findet in diesem Jahr auch ohne den US-Onlineriesen Amazon und den japanischen Sony-Konzern statt. Zuvor hatten bereits LG Electronics aus Südkorea und Ericsson aus Schweden abgesagt. Amazon verwies zur Begründung auf den Ausbruch des Coronavirus und die „anhaltende Sorge“ im Zusammenhang mit der Epidemie, die weit über die Grenzen Chinas hinaus Transportströme und Reisebewegungen beeinträchtigt.

Sony erklärte, das Unternehmen wolle der Sicherheit und dem Wohlergehen von Kunden, Partnern, Medien und Mitarbeitern die „größte Bedeutung“ einräumen. Deshalb habe Sony die „schwierige Entscheidung“ getroffen, sich vom MWC in diesem Jahr zurückzuziehen. Die Messe zieht üblicherweise mehr als 100.000 Besucher aus der ganzen Welt und rund 2.800 Aussteller an. In diesem Jahr findet der MWC vom 24. bis zum 27. Februar statt.

Der Kontext

Bei mehr als 40.000 Menschen in China ist das neue Coronavirus inzwischen nachgewiesen worden. In China stieg die Zahl erfasster Infektionen und Todesfälle unvermindert weiter. Landesweit wurden am Montag 97 weitere Tote bestätigt – so viele wie zuvor noch nie an einem Tag. Damit sind dort inzwischen mehr als 900 Menschen an der neuartigen Lungenerkrankung gestorben. Die Zahl der Nachweise stieg um 3.062 auf 40.171 Fälle. Außerhalb des chinesischen Festlands sind in mehr als zwei Dutzend Ländern mehr als 300 Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland. Die EU-Gesundheitsminister wollen bei einem Sondertreffen am Donnerstag ihr weiteres Vorgehen bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus abstimmen.

Die Reaktionen

Der Veranstalter, die internationale Vereinigung der Mobilfunkanbieter (GSMA), will Befürchtungen vor einer Virusausbreitung im Zuge der Messe nun mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen Rechnung tragen. In einer E-Mail an die registrierten Besucher schrieb der Verband, er sei den chinesischen Ausstellern wie Huawei und ZTE dankbar, dass sie vorbeugende Maßnahmen ergriffen hätten. Die GSMA und die katalanischen Behörden verlassen sich aber nicht nur auf freiwillige Schritte der Aussteller und Messebesucher. So werde allen Reisenden aus der chinesischen Krisenprovinz Hubei der Zugang zum MWC verwehrt, heißt es in der E-Mail.

Die Konsequenz

Noch stehen viele namhafte Aussteller wie Huawei, ZTE und Lenovo aus China sowie der südkoreanische Elektronikgigant Samsung zu ihren Auftritten in Barcelona. Sie haben aber Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und schicken beispielsweise Mitarbeiter aus China schon 14 Tage vorab nach Europa, um somit zu verhindern, dass Personen auf der Messe auftreten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. (dpa, ap, taz)

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