Manipulationen am Zinssatz Libor: Hauptverhandlung nicht vor 2015
Der Personenkreis der mutmaßlichen Täter und Helfer umfasst nur 23 Personen. Sie verursachten 17,1 Milliarden US-Dollar Schaden.
LONDON rtr/dpa| Der frühere UBS- und Citigroup-Broker Tom Hayes soll bei seinen mutmaßlichen Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor einem Gericht zufolge mit 22 Personen zusammengearbeitet haben. Hayes gilt als zentrale Figur im weltweiten Libor-Skandal. Der 34-Jährige ist wegen acht Fällen in den Jahren 2006 bis 2010 angeklagt. Betroffen sind Mitarbeiter von mehreren Großbanken.
Hayes erschien zur Anhörung neben den Ex-Brokern der Firma RP Martin, Terry Farr und James Gilmour, am Montag vor einem Gericht in London. Die drei Briten sind die ersten Verdächtigen, die sich in dem Skandal vor Gericht verantworten müssen. Die Hauptverhandlung gegen Hayes wegen Verdachts auf milliardenschwere Manipulationen das Libor-Zinssatzes wird voraussichtlich nicht vor 2015 beginnen.
Richter Jeremy Cooke sagte, die Anklageschriften gegen Hayes und Farr seien Entwürfe. Die Namen mutmaßlicher Mittäter könnten daher wieder gestrichen werden. Gegen diese Personen sei keine Anklage erhoben worden, betonte Cooke. Möglicherweise werde es auch keine geben. Die drei Verdächtigen wurden im Dezember in Großbritannien verhaftet. Ihnen wird Betrug vorgeworfen.
Broker waren ins Visier der Ermittler geraten, als die Schweizer Bank UBS im Zuge ihres Vergleichsverfahrens Schmiergeldzahlungen von Händlern an die Makler eingeräumt hatte. Im Gegenzug sollten die Broker bei Manipulationen helfen.
Der Libor ist einer der wichtigsten Referenzsätze für Hypotheken und andere Kredite. Vom Interbankenzins Libor (London Interbank Offered Rate) hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Der Zinssatz wird einmal am Tag ermittelt und beruht auf Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten.
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