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FDP verläßt den sinkenden Kohl

■ Westerwelle will schnell Kanzler Schäuble

Bonn (taz) – FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle hat sich überraschend deutlich vom Koalitionspartner CDU/CSU und Bundeskanzler Helmut Kohl abgesetzt. In einem Stern-Interview sprach sich Westerwelle dafür aus, daß Kohl nach einem Wahlsieg der bürgerlichen Koalition bald zurücktritt und den Weg für Unions-Fraktionschef Wolfgang Schäuble freimacht. CDU und CSU wiesen Westerwelles Äußerungen scharf zurück.

Westerwelle sagte: „Ich bin der Auffassung, daß nach der Wahl der Stab der Kanzlerschaft in absehbarer Zeit weitergegeben werden muß. Für mich hat die Nach-Kohl-Ära bereits begonnen.“ Schäuble sei längst nicht mehr die Nummer zwei in der Union, „sondern die Nummer eins im Wartestand“. Seine Behinderung sei kein Problem. „Ich erlebe ihn jede Woche viel vitaler als manchen, der jünger ist und laufen kann. Selbstverständlich kann er Kanzler sein.“ Westerwelle plädierte zudem dafür, die Aussage für eine weitere Koalition mit der Union an Bedingungen zu knüpfen. Eine Koalition mit der SPD auf Bundesebene schloß er nicht aus. Markus Franz Bericht Seite 5

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