: wirtschaft
Berlin und der Osten
Eine Studie des Osteuropainstituts der FU Berlin hat es dem Senat erst vor kurzem wieder ins Stammbuch geschrieben: Was die Exporte nach Mittel- und Osteuropa angeht, ist Berlin Schlusslicht. Nur noch 1,2 Prozent aller bundesdeutschen Exporte gehen von Berlin aus nach Polen, Tschechien und in die GUS. Exportiert werden vor allem Arzneimittel und Autobustechnologie. Grund für die schlechte Exportquote ist die abgewickelte Berliner Industrie.
Ganz anders dagegen sieht es bei den Importen aus. Da ist Polen nach den USA bereits der zweitwichtigste Handelspartner. Importiert werden vor allem Möbel und Textilien, nach wie vor aber auch Kies und Kohle.
Die EU-Osterweiterung sei für Berlin eine Chance, meint der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Der DGB sieht das anders. Berlin werde wirtschaftlich von den neuen Chancen kaum profitieren, sagen die Gewerkschafter.
Von seinen Einwohnern her ist Berlin schon heute osteuropäisch. Neben 100.000 polnischsprachigen Berlinern leben auch 100.000 russischsprachige in der Hauptstadt. Dazu kommen noch die zahlreichen polnischen Pendler, die in Berlin arbeiten. Auch ihre Zahl wird auf etwa 100.000 geschätzt.
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