was fehlt ...: ... die Gnade Gottes
Nach außen gibt sich die Alternative für Deutschland (AfD) gerne christlich. Vom „christlichen Abendland“ ist in Parteiveröffentlichungen die Rede, und mit der Europaabgeordneten Beatrix von Storch gehört eine evangelikale und gegen die Homo-Ehe hetzende Lebensschützerin zum inneren Führungszirkel der Partei. Als in Potsdam der ökumenische Gottesdienst zur Eröffnung des Landtags stattfand, nahm die AfD fast in Fraktionsstärke daran teil.
In Magdeburg indes ruft die Partei zum Kirchenaustritt auf: Nachdem jüngst der Mitgliederverlust der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bekannt wurde, warben AfD-Mitglieder auf ihrer Facebook-Seite mit dem Slogan „Um an Gott zu glauben, brauche ich die Kirche nicht mehr. Deutsche verlassen die Mainstreamkirchen“. In der Diktion ist das AfD-Jargon: Auch im politischen Bereich verunglimpft die Partei die politische Konkurrenz stets als „Altparteien“. Die Kirchenaustritte hätten zu jenem Zeitpunkt zu steigen begonnen, als sich „Polit-Pfaffen intensiv in die Politik einzumischen versuchten“, heißt es weiter bei der Magdeburger AfD.
„So wurden gerne vom Bodenpersonal Gottes im vorauseilenden Gehorsam Kirchen verdunkelt, der Islam als Gleicher unter Gleichen bezeichnet und auch zur Nichtwahl der AfD aufgerufen.“ Es haben sich wirklich alle gegen die AfD verschworen; Mainstreammedien, Altparteien, Antifa e.V. – und nun auch noch Die Kirche. Oh Gott. (kna/taz)
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