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was bisher geschah ...

Warum sich auch der Bundestag bereits mit Paul Latussek beschäftigte

Es war der 19. Januar 1997, und in Herford-Laar traf sich nach Angaben des NRW-Verfassungsschutzes die „Gesellschaft für freie Publizistik“, die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung der Bundesrepublik. Paul Latussek hielt einen Vortrag zum Thema „Deutschland im sozialen Brennpunkt“. Der Auftritt hatte Konsequenzen: Bündnis 90/Die Grünen starteten eine Anfrage im Bundestag zu den Verbindungen des Bundes der Vertriebenen ins rechtsextreme Lager. Der damalige BdV-Vorsitzende Fritz Wittmann verlangte von Paul Latussek schriftlich, „künftig den Kontakt zu extremistischen Kreisen zu meiden“. Ein Jahr später wurde Latussek nicht wieder ins Präsidium des BdV gewählt. Dafür wird er Vorsitzender der ultrarechten „Wählergemeinschaft deutscher Heimatvertriebener und Entrechteter“. Paul Latussek hat seit der Wende so manchen Politverein hinter sich: etwa die DSU, deren Gründungsmitglied er 1990 wurde und die er 1995 verließ. Oder den Bund freier Bürger, dessen kommissarischen Vorsitz er im März 1999 übernahm. Der kohlschen Regierung im Übrigen war über Rechtsextremismus im BdV nichts bekannt. Das sieht Annelie Buntenbach, Rechtsextremismusexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, anders: „Latussek repräsentiert die starke rechtsextreme Strömung im BdV.“ Für den BdV sind in diesem Jahr 2,5 Millionen Mark im Bundeshaushalt veranschlagt, hinzu kommen Gelder für Projekte in der Kultur- und Aussiedlerarbeit. FOTO: C. DITSCH/VERSION