unterm strich:
Nora gründet eigenen Verlag
Der im Frühjahr von dem neuen, rechtsextremen Verlagseigentümer Vincent Bolloré entlassene langjährige Chef des französischen Traditionsverlags Grasset hat einen neuen Verlag gegründet. Für Oktober hat Oliver Nora das Erscheinen der ersten beiden Bücher angekündigt: Werke des Intellektuellen Bernard-Henri Lévy und der Rabbinerin Delphine Horvilleur.
Bolloré hatte Oliver Nora nach 26 Jahren Verlagstätigkeit über Nacht gefeuert. Grund dafür war ein Streit über die Gefängniserinnerungen des algerischen Schriftstellers Boualem Sansal. Wegen Noras Entlassung hatten mehr als 200 französische Autorinnen und Autoren den Grasset-Verlag verlassen; auch ausländische Autor*innen wehrten sich in einer Stellungnahme dagegen, dass ihre Arbeit politisch instrumentalisiert wird.
Der einflussreiche Milliardär und Medien- und Verlagseigentümer Vincent Bolloré ist bekannt für seine rechtsextremen Ideen und seine autoritäre Einflussnahme. Zuletzt hatte sich Widerstand gegen Bollorés Einfluss auf das französische Kino geregt. Über die Filmförderung seines Senders Canal+ spielt er eine große Rolle.
Fuchs hat Humor
Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor geht im kommenden Jahr an die Berliner Schriftstellerin Kirsten Fuchs. Das teilte die Stiftung Brückner-Kühner mit, die den mit 10.000 Euro dotierten Preis vergibt. Kirsten Fuchs stammt aus Chemnitz und wuchs in Berlin auf, wo sie auch heute lebt. Zunächst machte sie eine Ausbildung zur Tischlerin, 2005 erschien ihr Debütroman „Die Titanic und Herr Berg“.
Kirsten Fuchs schreibt auch Theaterstücke und ist Mitglied verschiedener Berliner Lesebühnen. Der Jury des Kasseler Literaturpreises zufolge sind ihre Texte „immer ein überraschendes, intensives und hochkomisches Erlebnis“. Kirsten Fuchs zeichne eine „umwerfende, mal feine, mal derbe Sprachkomik“ aus.
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