taz.Berlin-Adventskalender 12: Stadt, Land, Dings

Im taz.berlin-Adventskalender präsentieren wir passend zum Winter-Shutdown viele schöne Spiele. Heute: Stadt, Land, Fluss – in einer crazy Variante.

Eine Frau sitzt während der Corona-Pandemie an einem Tisch in ihrer Wohnung vor einem Laptop, während sie mit weiteren fünf Personen an einer Videokonferenz mit der Videokonferenzanwendung Zoom teilnimmt.

Könnte eine Kategorie sein: die coolsten (blödesten) Hintergründe bei einer Videoschaltkonferenz Foto: picture alliance/dpa/KEYSTONE/Anthony Anex

„Lass mal was spielen.“ – „Was denn?“ – Habt ihr nicht irgend…“ – „Nee.“ – „Na dann einfach ‚Stadt, Land, Fluss‘; Zettel und Stifte gibt’s doch wohl, oder?“ – „Hm.“

So ist das mit dem guten alten Alphabet-Spiel, bei dem sich nicht nur erweist, wer halbwegs gerade senkrechte Linien zeichnen kann und wer die unleserlichste Schrift hat. Sondern auch, wer in der Lage ist, auf Ansage Orte, Tiere oder Haushaltsgegenstände mit beliebigem Anfangsbuchstaben herunterzuspulen.

„K!“ – Fieberhaftes Gekritzel und Gestöhne. Bei denen einen geht es in etwa so: „Mal sehen … KasachstanKarachiKongoKlausiKatzeKartenspielFERTIG!“ Andere haben es bis zu dahin gerade mal auf „Kaiserslautern“ und „Kuckuck“ gebracht. Im schlimmsten Fall füllt sich eine der Tabellen dicht an dicht mit Wörtern, während in anderen riesige weiße Lücken klaffen.

So richtig glücklich werden damit nie alle, und wahnsinnig originell ist das Ganze auch nicht. Eher ein Notnagel für öde Abende. Deshalb hier zwei entscheidende Game-Hacks: Erstens nicht kompetitiv spielen. Alle kriegen dieselbe Zeit, oder jeder darf so lange nachdenken, wie er braucht, solange das im Rahmen bleibt. Und zweitens: Weg mit den Normalo-Kategorien. Stadt? Nein. Land? Nein. Fluss? Nö!

Vielmehr ist Mut zur Absurdität gefragt, denn damit kriegt die Wörtersuche einen unerwartet kreativen und vor allem lustigen Dreh. Zugegeben, brandneu ist die Idee nicht: „Stadt, Land, Scheidungsgrund“ heißt das Spiel bei manchen schon länger. Aber die ollen Erdkunde-Skills sollte man ausnahmsweise mal ganz ausklammern und sich Spaltentitel ausdenken, bei denen alle sich so richtig austoben können. Das Ding mit den Buchstaben ist nur noch ein Aufhänger.

Wort-Frage-Kombination mit Gagapotenzial

Aus eigener Spielerfahrung sei berichtet: Auch „Todesursache“, „Selbstgemixter Cocktail“ oder „Hässliche Vornamen“ funktionieren prima. Für Akademikerhaushalte oder solche, die es gerne wären, hier ein ganz spezieller Tipp: die Kategorie „Pseudowissenschaftliche Fragestellung“. Dabei geht es im Grunde darum, eine Wort-Frage-Kombination mit Gagapotenzial zu erschaffen.

Zum Beispiel: „Wasabinüsse: kulturelle Aneignung oder einfach nur scharf?“ Vielleicht auch, in Zeiten von Pandemie und Erderwärmung: „Bücherwände – Zoom-Hintergrund mit Dämmwert?“ Besonders ausgefeilt muss es dabei gar nicht sein, auch Kinder erfassen schnell den hochtrabenden Duktus und liefern Perlen wie „Wind: Pustet er oder bläst er schon?“

Die Vorleserunde wird so zum eigentlichen Höhepunkt. Etwas unklar bleibt nur das Bewertungsschema: Wenn jeder genug Zeit bekommt, sind 0 Punkte praktisch ausgeschlossen, und auch Dopplungen (halbe Punktzahl) kommen eher selten vor. Man könnte also dazu übergehen, nach Originalität zu benoten. Oder man pfeift einfach drauf. Ist doch nur ein Spiel.

Erforderlich: Zettel und Stift

Zielgruppe: Alberne EnzyklopädistInnen

Wer das spielt, spielt auch: Das Fremdwörterspiel

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