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taz🐾lageDen Weltfrieden herbeimeckern

Im Leben einer taz-Redakteurin sind sie selten geworden: die Tage, an denen der morgendliche Blick aufs Handy nicht mit Schreckensmeldungen, sondern mit einer positiven Überraschung beantwortet wird. So wie im Januar, als Österreich die Tamponsteuer abschaffte. Oder im Mai, als die „tagesschau“ berichtete, dass der Thunfisch sich wieder häufiger in der Ostsee blicken lässt. Auf Peter Magyars Wahlsieg im April hatte man sich immerhin schon vorher freuen können – das Ende der Orbán-Autokratie war abzusehen.

Ähnlich war es diesen Montag mit dem Wahlsieg der serbischen Student:innen: Einigermaßen erwartbar, trotzdem schön. Die Niederlage des ultrarechten Kleptokraten Flávio Bolsonaro bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien überraschte dafür umso mehr. Wahrhaft gute Nachrichten für queere Menschen, für Frauen, für Indigene und Schwarze, für den Regenwald – und damit für die ganze Welt.

Aber auch die begeisterungsfähigste Redakteurin muss nach dem Haar in der Suppe suchen. Der beste Ort dafür ist natürlich die taz. Dort angekommen, grübelten zwei ­Layouter bereits, dass das schnelle Eingeständnis der eigenen Niederlage durch Aleksandar Vučić misstrauisch stimmen müsse.

Ein Kollege aus dem Meinungsressort gab zu bedenken, dass auch Lula der Korruption beschuldigt wird. Lauthals meckernd schob der ­Kollege mit dem bunten Halstuch seinen Rollator durch den 3. Stock: Er sah die Chancen seiner ­Lieblingspolitikerin auf das Amt der Bundespräsidentin schwinden. Fazit: Die Welt ist erst gerecht, wenn auch die taz nichts mehr zu motzen hat.(sny)