taz🐾lage:
Wer zuerst schreibt, reist zuerst
Manchmal, besonders gerne in der Urlaubszeit, bleiben Mails sehr lange unbeantwortet im Posteingang. Das kann technische Gründe haben, häufiger aber liegt es wohl am Empfänger am anderen Ende der Internetleitung. Mitunter aber auch an der mal mehr, mal weniger interessanten Betreffzeile.
Bei der taz gibt es ein besonderes E-Mail-Postfach namens „tagesthema“. Der Name wirkt rätselhaft, denn oft landen dort Mails, die aus Nachrichtensicht nicht unbedingt das „Tagesthema“ sind. Vielmehr handelt es sich um eine Art internes Ebay-Kleinanzeigenportal in der taz. Kollegen bieten hier Konzert- und Theaterkarten oder ihre Wohnung zur kurzfristigen Untermiete an. Der Erfolg schwankt je nach Angebot.
Neulich gab es eine wirklich gute, fast schon zu gute Offerte für den nicht verwöhnten taz-Mitarbeiter: „Urlaub zu verschenken“, pries eine Kollegin im Betreff an. Konkret: jeweils im Juni und August kostenlose Unterkunft in ihrem Ferienhaus in Italien, nur die Pflanzen sollten gegossen werden.
Ein Fake? Man ist doch eher vorsichtig in diesen Zeiten. Im Vorteil war hier, wer wusste, dass dieselbe Kollegin dasselbe Angebot bereits ein Jahr zuvor übers Tagesthema verschickt hatte, also vertrauenswürdig war. Spontaneität war nämlich gefragt, denn offenbar erhielt die Kollegin auf ihre E-Mail recht schnell Antwort: Nach einer Stunde schrieb sie: „Bitte keine Anfragen mehr, es ist alles vergeben.“ Marvin Kalwa
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